Nationalbibliothek zeigt Schweiz von oben

Eine neue Ausstellung in der Nationalbibliothek zeigt die Schweiz von oben. Zu sehen sind Aufnahmen, die Fotografen mit Ballons und Drohnen aufgenommen haben.

«Von oben»: In der neuen Ausstellung in der Nationalbibliothek sind Aufnahmen aus der Schweiz aus der Vogelperspektive zu sehen.

«Von oben»: In der neuen Ausstellung in der Nationalbibliothek sind Aufnahmen aus der Schweiz aus der Vogelperspektive zu sehen.

(Bild: Keystone)

«Von oben»: So heisst eine neue Ausstellung in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern, welche die Geschichte der Luftaufnahme in der Schweiz erzählt. Ausgangspunkt dieser Geschichte und damit der Schau sind Fotografien des Schweizer Ballon-Pioniers Eduard Spelterini (1852-1931).

Wie die Nationalbibliothek am Dienstag mitteilte, fuhr Spelterini ab den 1890-er Jahren mit seinem Ballon über die Schweiz und fotografierte aus der Luft. «Aus dem Ballon gelangen ihm technisch innovative und ästhetisch bestechende Luftaufnahmen», schreibt die Berner Institution.

Spelterini, der eigentlich Eduard Schweizer hiess und aus dem Kanton St. Gallen stammte, unternahm rund 570 Ballonflüge in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. 1898 gelang es ihm als Erstem, mit einem Ballon die Alpen zu überqueren. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich in der Graphischen Sammlung der Nationalbibliothek.

Drohnen - nützlich oder schädlich?

Die Nationalbibliothek stellt mit der Ausstellung «Von oben» auch die Frage, wie eine Gesellschaft damit umgeht, wenn der Blick von oben allgemein zugänglich wird. Denn nach den Aufnahmen Spelterins aus dem Ballon folgten Fotos vom Hals von Brieftauben aus, aus Flugzeugen und von Satelliten und von Drohnen - oft für militärische Zwecke.

Ausstellungsbesuchern wird in der Schau die Frage gestellt, ob aus ihrer Sicht Drohnen einen Fortschritt bedeuten oder ob sie Werte bedrohen. Auf einer Wand können sie mit Hilfe von Zetteln anzeigen, wo zwischen diesen beiden Positionen die surrenden Geräte anzusiedeln sind.

Die Nationalbibliothek wird diese Stellungnahmen auswerten, wie Hannes Mangold von der Kulturvermittlung der Landesbibliothek am Dienstag an einer Führung für Medienschaffende sagte.

In der Ausstellung lässt sich auch ein «Dronie» machen. Das ist ein Selfie aus einer an einer Drohne befestigten Kamera. Und bei Spelterinis Fahrt über die Alpen kann man mit Hilfe einer speziellen Brille virtuell dabei sein. Ab Donnerstag ist die Schau offen. Sie dauert bis zum 28. Juni dieses Jahres.

Begleitprogramm mit Drohnen-Rennen

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehört eine Diskussion mit dem Titel «Luftbild und Demokratie» und eine Führung zu den Luftaufnahmen des Bundesamts für Landestopografie «swisstopo». In Zusammenarbeit mit Letzterem hat die Landesbibliothek die Ausstellung konzipiert.

Auch zum Fotografieren mit Drohnen führt die Nationalbibliothek eine Expertenführung durch. Und an der Berner Museumsnacht von Mitte März ist ein Drohnen-Rennen vorgesehen. (sda)

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