«Billboard» sieht Hänni als möglichen ESC-Sieger

Am Donnerstag startet Luca Hänni am Eurovision Song Contest für die Schweiz. Seine Chancen sind laut Buchmachern sehr gut.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Schweiz am ESC. Video: Tamedia

Der Eurovision Song Contest in Tel Aviv läuft, daran konnten zahlreiche Boykottaufrufe und neuerliche Gewalteskalationen nichts ändern. Und wer dies nun alles ausblenden konnte – den Krieg, die Politik des israelischen Premiers Netanyahu –, sah am Dienstagabend, im ersten Halbfinale, nicht nur touristische Imagefilme, die die Schönheit Israels einfangen.

Sondern auch fliegende Sängerinnen aus Australien, ausgewachsene Teenies mit Rollkragenpullover aus Tschechien, Lack-und-Leder-Burschen aus Island oder der türkische Sänger Serhat, der für den Zwergenstaat San Marino ganz oft «Na na na» gesungen hat. Allesamt werden sie wieder zu sehen sein, wenn am Samstag das Finale des Liederwettbewerbs Europa bis nach Australien ausweiten – und den Kontinent für einen kurzen Moment vereinigen wird.

Bereits im Finale: Die fliegende Australierin.

In dieses Finale will natürlich auch die Schweiz. 2014 war sie dort letztmals, dank dem fidelen und fidelnden Tessiner Sebalter. Seither sind die verschiedensten Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Halbfinale recht spektakulär gescheitert.

Um eine neuerliche Enttäuschung zu verhindern, haben die Schweizer ESC-Spin-Doktoren den ehemaligen Casting-Show-Sieger Luca Hänni aus dem bernischen Uetendorf ins Rennen geschickt. Und die Hoffnungen, die Hänni mit seinem Latin-Lover-Song «She Got Me» aufkommen lässt, sind gross: Der «SonntagsBlick» titelte bereits, dass der ESC-Sieg «greifbar nah» sei, ESC-Kommentator Sven Epiney glaubt an einen möglichen Sieg und spürt gemäss der «Schweizer Illustrierten» in Tel Aviv den «Hänni-Hype» – und die Wettquoten und Umfragen sehen für Hänni auch ganz günstig aus: Nimmt man den Durchschnitt aller grossen Wettbüros, steht der Schweizer an neunter Stelle. Seine Chancen auf den Gewinn des Eurovision betragen laut den Buchmachern vier Prozent. Das amerikanische «Billboard»-Magazin ist noch optimistischer. Es bezeichnet «She Got Me» als Hit-Single und sieht Hänni gar als einen von 12 möglichen Siegern.

Aber erst steht das Halbfinale an. Luca Hänni muss es morgen absolvieren, seine Stimme ist jedenfalls nach einer Erkältung wieder da, wie er im SRF am Dienstag beteuerte – weil er ganz viel Tee getrunken habe. Und sollte er es wider Erwarten doch nicht schaffen, bleibt zu hoffen, dass sich die Schweiz nicht aus Frust vom ESC verabschiedet. Denn irgendwann schaffen es auch die Kleinen unter den Kleinen ins Finale. Beispielsweise ein Zwergstaat wie San Marino.

bsa

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