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Bis zum letzten Atemzug

Das deutsche Kammermusikensemble Ma’alot zeigte im Konservatorium Bern einen «Weg zu Harmonie und Einklang» – wie es das hebräische Wort Ma’alot verspricht.

Das Ma'alot-Quintett war am Montagabend im Konservatorium zu Gast.
Das Ma'alot-Quintett war am Montagabend im Konservatorium zu Gast.
zvg

Um das Repertoire des Bläserquintetts zu erweitern, begann der deutsche Klarinettist Ulf-Guido Schäfer vor 26 Jahren, Arrangements zu schreiben. Am Montag nun spielte er mit seinem Ma’alot-Quintett zum dritten Mal in Bern. Mit im Gepäck: Schäfers Bearbeitungen von Werken Beethovens und Dvoráks sowie zwei Stücke von Milhaud und Ligeti.

Mehr als Arrangements

Die Version Schäfers ist nicht nur eine Reduktion der Harmoniemusik zu «Die Geschöpfe des Prometheus» Beethovens, sondern eine Umarbeitung dieses Ritterballetts. Mit diesem Stück konnte das Ensemble die Besonderheiten und Fähigkeiten der Bläser ausschöpfen und die Spannung und den heroischen Charakter des Originals bewahren.

Ebenso wurde das bekannte «Amerikanische» Streichquartett Dvoráks zum Quintett umgeschrieben. Eine solche Bearbeitung lässt ein Werk oft etwas verloren wirken. Hier wurde aber ­gewissenhaft und treu im Geist des Originals gespielt. Dank der aussergewöhnlichen Sensibilität aller Mitglieder des Ma’alot-Quintetts blieb die feierliche Ausdruckskraft der Musik erhalten.

Die «Sechs Bagatellen für Bläserquintett» hat Ligeti selbst 1953 aus seiner «Musica Ricercata» für Klavier ausgewählt. In dieser Komposition wurde die Essenz des ersten Stils Ligetis ausgedrückt: wirtschaftlicher Umgang mit dem Musikstoff, um den höchsten Effekt zu erreichen. Das Ma’alot-Quintett begeisterte mit einer fesselnden Interpretation des bruchstückhaften Charakters dieser Stücke. Die Andersartigkeit dieser kurzen musikalischen Ideen wurde präzis herausgearbeitet.

«Café» als Zugabe

Mit den musikalische Miniaturen Milhauds hat das Quintett das Publikum in einen mittelalter­lichen Hof entführt. Die Bläsersuite «La cheminée du roi René» hatte Milhaud für den Film «Cavalcade d’amour» komponiert.

Aus diesem filmischen Zusammenhang heraus riskiert sie, leicht repetitiv zu scheinen, aber Ma’alot hat die musikalischen Verzierungen verschiedener Epochen dynamisch inszeniert. Dazu gab es am Ende einen «Café», 1986 von Piazzolla komponiert, den Ma’alot in dieser besonderen Besetzung als Zugabe auftischte.

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