Bono sagt Sorry

Tief atmete er durch – dann gab er Antwort: Eine Talk-Teilnehmerin forderte den U2-Sänger auf, «nie wieder ein Album via iTunes zu veröffentlichen», das automatisch in die Playlist installiert wird.

«Es gibt da draussen viel Lärm. Ich vermute, wir sind selbst ein wenig laut geworden»: U2-Sänger Bono.

Einen Monat, nachdem die Band U2 ihr Album «Songs of Innocence» per iTunes verschenkt hatte, gestand Sänger Bono nun öffentlich ein, dass man mit der Aktion zu weit gegangen sei. Die Band veröffentlichte ein Video auf Facebook, in dem sie Fragen der Fans beantwortet. Eine davon lautete: «Könnt ihr bitte nie wieder ein Album auf iTunes veröffentlichen, das automatisch in den Wiedergabelisten der Leute erscheint? Das ist wirklich unhöflich.»

Bono antwortete: «Das tut mir leid. Ich hatte diese schöne Idee, aber da wurden wir wohl zu sehr von uns selbst mitgerissen. Künstler sind empfänglich für solche Dinge. Ein Tropfen Grössenwahn, ein wenig Grosszügigkeit, eine Prise Selbstvermarktung – und die Angst, dass diese Songs, die während der letzten Jahre entstanden sind und uns so viel bedeuten, nicht gehört werden. Es gibt da draussen viel Lärm. Ich vermute, wir sind selbst ein wenig laut geworden, um durchzudringen.»

Hier das ganze Video:

Post by U2.

Das verschenkte U2-Album stiess auf viel Kritik: Viele Nutzer beschwerten sich im Internet über das ungewollte Präsent. «Ich habe nicht mal genug Speicherplatz für ein Foto, wie kommt Apple darauf, dass ich das U2-Album brauche?», schrieb etwa ein User, stellvertretend für viele andere.

Nach tagelanger Kritik machte es Apple seinen Nutzerinnen und Nutzern einfacher, das neue Album von U2 aus ihren Mediatheken zu löschen. Der Konzern schaltete eine Website frei, über die das mit einem Knopfdruck erledigt werden kann. Der Manager von U2, Guy Oseary, verteidigte die Promo-Aktion in einem Interview: «Es handelt sich dabei um ein Geschenk von Apple. Wenn jemand das Album nicht mag, soll er es einfach löschen.»

lri

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