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«Daddy hatte viele Frauen, Mama hatte viel Kummer»

Auf seinem neuen Album «Wild and Free» übt Bob Marleys ältester Sohn Ziggy Kritik an seinem Vater. Im Interview sagt der 42-Jährige, was er aus den Fehlern seines legendären Vaters gelernt hat.

Unverkennbar Bob Marleys Sohn: Musiker Ziggy Marley.
Unverkennbar Bob Marleys Sohn: Musiker Ziggy Marley.
Keystone

Der Song «The Road Less Traveled» handelt von Bob Marleys notorischer Untreue und seinem Verhältnis zu seiner Entourage. «My daddy had a lot of women, and my mama had a lot of grief. The bredrens (Freunde) that surrounded him, became the enemies», heisst es darin.

Ziggy, der sich als Komponist und Texter bei seinem richtigen Namen David nennt, beteiligt sich gern an der Verbreitung des Markennamens «Marley», sagt er im Interview in seinem Haus in Los Angeles - vom Comic «Marijuana Man» bis zum Entspannungsdrink «Marley's Mellow Mood».

Aber seinen Freundeskreis halte er überschaubar; im Gegensatz zum Vater habe er es immer vermieden, ein Gefolge um sich zu scharen. «Ich bin lieber allein als in einem grossen Tross», sagt er, «Anhängern kann man oft nicht trauen. Deshalb singe ich diese Nummer, weil ich das als Kind mitbekommen und beschlossen habe, einen anderen Weg zu gehen».

Der kleine Joint

Er habe sich schon von klein auf oft mit seinem Vater gestritten. «Ich war ein Dickkopf und Vater mochte meine Ideen nicht, es machte ihn rasend». Als er dem Vater einmal sagte, er brauche keine Dreadlocks zu tragen, Rastafari müsse man im Herzen haben, sei jener ausgerastet.

Mittlerweile gereift – und mit spektakulären Dreadlocks – erinnern Ziggys Stimme und seine Musik weit mehr an Bob (1945-1981) als die seiner Geschwister Cedella, Stephen und Sharon und der Halbbrüder Rohan, Julian, Ky-Mani und Damian – alles ebenfalls Reggae-Musiker.

«Es hat sich von selbst ergeben, dass ich ähnliche Ideen und Charakterzüge wie er entwickelt habe», sagt David Jesse Weiland Nesta Marley, der vom Vater auch den Spitznamen «Ziggy» – angeblich ein Ausdruck für einen kleinen Joint – bekommen hat.

Skeptisch gegenüber Obama

Wie sein Vater untermalt Ziggy gern deprimierende Texte mit heiteren Melodien, auf dem neuen Album etwa im Stück «Welcome to the world. (I can't promise it's a good place)», das er seinen Kindern gewidmet hat.

Auch politisch wird der älteste Sohn von Bob Marley gern einmal. In «Wild and Free» etwa singt er zusammen mit dem Schauspieler Woody Harrelson über die Legalisierung von Marihuana. Und obwohl in seinem Wohnzimmer ein Bild von seiner Familie und den Obamas im Weissen Haus steht, ist er nicht begeistert über Barack Obamas Politik.

«Ich denke, er ist ein guter Mensch, der nur das Beste will. Aber Politik ist ein Spiel. Wenn du Politiker sein willst, musst du es spielen und auch mal ein bisschen die Wahrheit umgehen. Als Politiker kann man nicht vollkommen wahrhaftig sein», sagt Marley.

Ryan Pearson / AP Gespräch

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