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Die Langen punk(t)en wieder

Physisch überragen sie alle, musikalisch legen sie sich quer. Pünktchen und Anton, die in den 1980ern eine Art Kultband waren, sind zurück auf der Bühne. Am kommenden Samstag auf derjenigen des Bären Münchenbuchsee.

Pünktchen und Anton: Stibu Tschanz, Andi Baumann, Anton Brüschweiler (von links).
Pünktchen und Anton: Stibu Tschanz, Andi Baumann, Anton Brüschweiler (von links).
zvg

Wer an Bern in den Achtzigerjahren denkt, hört im inneren Ohr den Nachhall von Punk, Wave sowie Sturm und Drang. «Lauter, schneller!» war der Schlachtruf an den Strafbars und Kellerkonzerten, bei denen sich eine neue Berner Musikszene formierte, die teils bis heute den Ton angibt.

Die Zeit von «Super Anton»

Schon in dieser Zeit fielen Pünktchen und Anton aus dem Rahmen. Nicht nur, weil sie alle überragten: Mit einer Durchschnittsgrösse von mehr als 1,90 Metern mussten die «Pünktchen» Stibu Tschanz (Bass) und Andi Baumann (Drums) schon mal den Kopf einziehen, wenn sie am Berner Jugendfest einen «Schtibäng»-Wagen enterten. Musikalischer Kopf des Trios war allerdings der etwas kleinere Anton Brüschweiler, der ein Flair für spacig-jazzige Gitarreneskapaden hatte und auf dem Cover eines späteren Albums selbstironisch als «Super Anton» über den Dächern der Stadt segelte.

Zappas Erben

Kein Zweifel: Der Rockexzentriker Frank Zappa stand Pate und fand via Pünktchen und Anton Eingang in den Soundtrack der Berner Achtzigerjahre. Selbst für die bewegten Anarchisten von damals war der antonsche Musikmix, der Funk, Rock, Punk, Jazz und klassische Elemente scheinbar selbstverständlich zusammenbrachte, allerdings gewöhnungsbedürftig – obschon er auch ein lustvolles Tummelfeld für kreative Tänzerinnen und Tänzer war.

1991 löste sich das Trio auf. Doch seit einiger Zeit begegnet man den beiden Langen und dem entspannt aus der Hüfte feuernden Gitarrenvirtuosen wieder auf Konzertbühnen. Pünktchen und Anton zelebrieren ihr Revival mit extra gefertigten XL-T-Shirts und komplexen Instrumentalnummern, die auch mal an der 10-Minuten-Grenze kratzen.

Unterwegs mit Kultfaktor

Bis Anfang nächstes Jahr dauert die «Revival Tour» des Trios, die auf reges Interesse stösst. Konzessionen an den Publikums­geschmack, der seit den wilden Achtzigern sicher nicht risikofreudiger geworden ist, machen Baumann, Brüschweiler und Tschanz keine. Quere Rhythmen, schroffe Breaks, überraschende Tempiwechsel und ausufernde Soli prägen nach wie vor ihr Programm. Doch gerade weil diese Musik heute noch eine Spur anachronistischer ist, als sie es zu ihrer Entstehungszeit war, hat sie jetzt erst recht den Kultfaktor. Konzert: Sa, 2. Dezember, 21 Uhr, Bären Münchenbuchsee.

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