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Mit Modern Talking zum Streamingrekord

Der Deutschrapper Capital Bra bricht einen Schweizer Streamingrekord – mit seiner Neuversion des Modern-Talking-Hits «Cheri, Cheri Lady».

Streamingwunder singt Schlager: Capital Bra. Foto: PD
Streamingwunder singt Schlager: Capital Bra. Foto: PD

«Cheri, Cheri Lady» säuselten Dieter Bohlen und Thomas Anders 1985 als Modern Talking – und landeten nicht nur in der Schweiz auf Platz 1 der Hitparade. Nun dreht diese Melodie wieder ihre Runden: Nicht mehr auf den Plattentellern der Discos, sondern auf den Streamingportalen. Denn «Cherry Lady» – die Adaption des Deutschrappers Capital Bra – wies in der Schweiz in der ersten Woche nach der Veröffentlichung 745'792 Streams aus. Und damit so viel wie kein anderer Song in der bislang kurzen Geschichte des Streamings.

Mehr noch: «Cherry Lady» verdrängte seinen eigenen Song «Wir ticken» vom Schweizer Hitparadenthron. Wer es noch grösser mag: In Deutschland weist Capital Bra mittlerweile mehr Nummer-1-Songs als die Beatles auf.

Aber nicht, dass «Cherry Lady» nun das Modern-Talking-Vorbild mit irgendwelchen Strassenrap-Krassheiten aufmotzt. Vielmehr ist auch seine Version schlicht ein einfacher Pop-Schlager. Selbst dann, wenn Capital Bra, der vor 24 Jahren als Validslav Balovatsky in Russland geboren wurde und als Siebenjähriger nach Berlin zog, in seinem Benz die Runden dreht. Unser Held weiss ja: «Babe, ich weiss, dass es passt». Weil: «Du hast meinen Kopf verdreht, Deine Art, wie du tanzt im Gucci-Kleid». Er berichtet dies mit säuselnder Auto-Tune-Stimme, auch dann, wenn er im Refrain bekennt, dass sein Liebesgefühl wohl nicht für immer anhalten wird. Denn: «Cherry, Cherry Lady, du bist was besondres, eine Frau fürs Leben oder für ne Nacht.» Immerhin.

Die Jugend provoziert die Elterngeneration, die gerade die Geschmacklosigkeiten von Rammstein wortreich erklären muss, nun also mit einem Liebeslied, das auf Dieter Bohlen verweist. Diese kann man natürlich doof finden – aber es ist mit Sicherheit nicht doofer und schon gar nicht machoider als so viele andere Hits der Popgeschichte.

Vielleicht ist es ja auch anders, und Capital Bra, der auf den Schweizer Radiostationen noch immer selten bis gar nicht gespielt wird, hat mit «Cherry Lady» nun auch jene Publikumsschicht erreicht, die so vielen anderen deutschen Rappern fehlt: Jene Menschen, die über dreissig sind. Weil Nostalgie und eine Tanzrunde auf der Bad-Taste-Party locken immer noch zuverlässig an.

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