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«Die RAF war eine Grundtorheit»

Hannes Wader tritt morgen in Zürich auf. Der Liedermacher glaubt an die Zukunft des Sozialismus. Nur ungern erinnert er sich allerdings an die Zeit, als die RAF Waffen in seiner Wohnung lagerte.

Ich habe gestern ein Wader-Lied entdeckt. In der «Arschkriecherballade» besingen Sie einen dicken Chef, dem ein armer stoppeliger Angestellter in den Hintern zu kriechen versucht. Wie kamen Sie auf die Idee? Das Lied ist eine Erinnerung an meine Lehrlingszeit in den 1950ern. Bereits als 13-Jähriger verliess ich die Schule, um als Dekorateur in einem Schuhgeschäft zu arbeiten. Dort wurde ich erstmals mit dem Phänomen des Arschkriechens konfrontiert. Ich wollte das Thema humoristisch umsetzen, ansonsten wäre das für den Hörer kaum erträglich gewesen. Deshalb dieser sanft surreale Zugang, ja.

Wird heute mehr Arsch gekrochen als damals? Damals war die Gesellschaft noch von der Nazi-Zeit geprägt, in der ja sehr viele nur mit Arschkriecherei überleben konnten. Dennoch glaube ich nicht, dass heute weniger Arsch gekrochen wird. Heute zwingt der wirtschaftliche Druck die Arbeitnehmer dazu. Sonst werden sie schnell wegspediert.

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