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«Duffy imitiert bloss»

Der britische Musik-Journalist Simon Reynolds, Autor der Streitschrift «Retromania», über die Misere der heutigen Popmusik.

Imitieren Duffy, hier bei einem Auftritt in «Wetten, dass..?», oder ...
Imitieren Duffy, hier bei einem Auftritt in «Wetten, dass..?», oder ...
Keystone
...ihre Kollegin Adele...
...ihre Kollegin Adele...
Keystone
Wirkliche Qualität: Die Beatles bleiben unerreicht.
Wirkliche Qualität: Die Beatles bleiben unerreicht.
Keystone
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Herr Reynolds, Soulsängerinnen wie Amy Winehouse, Adele und Duffy gelten als die grossen Retrostars der letzten Jahre. Ihr Look, gepaart mit dem Sound der 60er-Jahre, hat dem weissen Soul in Retroverpackung viel Auftrieb gegeben. Ihre Platten haben sich gut verkauft. Was haben Sie gegen die Damen? Adele ist eine grossartige Sängerin. Ich habe mich nur gefragt, warum sie so tut, als würden wir immer noch in einem Wohnzimmer der 60er-Jahre sitzen, das Radio anschalten und Musik von Etta James hören. Bis in kleinste Nuancen kopiert sie den Sound der grossen Soulsängerin. Adeles Song «Rolling in the Deep» ist doch nichts anderes als eine perfekte Kopie der Musik von Etta James. Mich stört daran, dass das als Musik der Gegenwart bezeichnet wird. Warum nennt man das nicht nostalgische Musik in der Art von Harry Connick junior, der keinen Hehl daraus macht, sich als Frank-Sinatra-Imitator zu bezeichnen? Wie gesagt, Adele ist eine tolle Musikerin, aber ihren Stil empfinde ich als nostalgisch.

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