Zum Hauptinhalt springen

«Es geht um diese Schärfe»

Luca Hänni erklärt, wie das Orientalische in seinen Song kam. Und wie er sich jetzt auf den Final vorbereitet.

Linus Schöpfer
Mit Hänni qualifizierte sich nach Jahren wieder ein Schweizer fürs ESC-Finale.

Als gestern noch zwei Plätze für den Final zu vergeben waren, haben Sie da noch an Ihren Einzug geglaubt?

Ganz ehrlich? Nein. Als ein Land nach dem anderen aufgerufen wurde, schaute ich irgendwann zu meinem Bruder rüber und sagte: «Du, das wird gloubs nüd me hie.» (lacht) Ich hasse ja solche Momente. Aber jetzt ist das Gefühl natürlich grossartig.

Wer ist Ihr ärgster Konkurrent im Finale?

Puh. Holland ist sehr gut … Spanien … Malta ... Russland ist auch top, sehr coole Show. Gibt schon einige.

Die Buchmacher schätzen Sie ziemlich hoch ein.

Das habe ich mitbekommen. Vielleicht wette ich ja auch noch mit. (lacht)

Merken Sie etwas von der Nahost-Politik am ESC?

Politik ist nicht meine Spezialität. Schauen Sie, ich bin für die Musik hier. Singen, und am Wettbewerb alles geben – dafür bin ich hier. Das geht jedem hier so am ESC, glaube ich.

Ist der Song ein Wendepunkt Ihrer Karriere, weg vom Lieber-Bube-Image?

Ja, das sehe ich auch so. Würde ich unterschreiben.

Ihr Song hat ein südländisches, auch leicht orientalisches Flair. Ein Kalkül hinsichtlich der Punktevergabe?

Wir haben den Song im Sommer geschrieben. Es war warm, alles war ganz leicht und voller guter Vibes ... das Orientalische entstand während des Songwritings von alleine und gehört zum Song. (singt) Vielleicht hilft es uns morgen, kann schon sein. Aber Kalkül war es nicht.

Eine Frage zum Textverständnis: Sie singen «Gettin' rowdy, rowdy when she poured out a little spice». Was soll das heissen?

Nun ja, es geht eben um diese Schärfe, wenn eine Frau und ein Mann zusammenkommen, wenn sie ihre Blicke austauschen … ja, mein Text ist hochphilosophisch. (lacht)

Sie fahren gerade zur Probe. Was gibts noch zu proben? Sie kennen Ihre Performance ja auswendig.

Es geht weniger um meine Performance als um den Ablauf der Show. Die dauert ja lange und ist ziemlich kompliziert. Ich schaue, dass ich mich auf die ganzen Moderationen, das Opening, die Abläufe und so weiter vorbereiten kann, eine Routine aufbauen kann, nicht überrascht werde während der Show, so dass ich mich wirklich auf meinen Auftritt konzentrieren kann. Und heute Abend vergeben die Jurys an der Generalprobe ja bereits ihre Punkte, es geht also schon um 50 Prozent.

Was hätte Ihnen Dieter Bohlen empfohlen vor dem Finale?

Keine Ahnung. Ich will einfach mega Spass haben. Das ist alles, was jetzt zählt.

Startnummer eins: Sängerin Michela aus Malta wird das grosse ESC-Finale in Tel Aviv am Samstag eröffnen.
Startnummer eins: Sängerin Michela aus Malta wird das grosse ESC-Finale in Tel Aviv am Samstag eröffnen.
Amir Cohen, Reuters
Indie-Pop aus dem Radio: «Can You Hear It?» sind die ersten Worte von Lake Malawis Song «Friend of a Friend» aus Tschechien.
Indie-Pop aus dem Radio: «Can You Hear It?» sind die ersten Worte von Lake Malawis Song «Friend of a Friend» aus Tschechien.
Ronen Zvulun, Reuters
Frauenpower: Das Duo S!sters, bestehend aus Carlotta Truman und Laurita, konnte sich für Deutschland qualifizieren.
Frauenpower: Das Duo S!sters, bestehend aus Carlotta Truman und Laurita, konnte sich für Deutschland qualifizieren.
Ronen Zvulun, Reuters
Zweite Chance auf den Sieg: Sergei Lazarew trat bereits 2016 für Russland beim ESC an und belegte damals den dritten Platz.
Zweite Chance auf den Sieg: Sergei Lazarew trat bereits 2016 für Russland beim ESC an und belegte damals den dritten Platz.
Jack Guez, AFP
Fast schon kindlich: Die Dänin Leonora wird mit ihrem Song «Love is Forever» unter der Startnummer sechs auftreten.
Fast schon kindlich: Die Dänin Leonora wird mit ihrem Song «Love is Forever» unter der Startnummer sechs auftreten.
Sebastian Scheiner, AFP
Wiederholungstäter: Auch Serhat wird in Tel Aviv bereits zum zweiten Mal für sein Land San Marino am ESC teilnehmen.
Wiederholungstäter: Auch Serhat wird in Tel Aviv bereits zum zweiten Mal für sein Land San Marino am ESC teilnehmen.
Sebastian Scheiner, AFP
Tiefe Stimme: Tamara Todevska aus Nordmazedonien besticht auch durch ihre Eleganz auf der Bühne.
Tiefe Stimme: Tamara Todevska aus Nordmazedonien besticht auch durch ihre Eleganz auf der Bühne.
Sebastian Scheiner, AFP
Halleluja und Gospel mit dem Schweden: Sänger John Lundvik und sein kleiner Chor präsentieren den Song «Too Late for Love».
Halleluja und Gospel mit dem Schweden: Sänger John Lundvik und sein kleiner Chor präsentieren den Song «Too Late for Love».
ABIR SULTAN, Keystone
Schlichte Performance: Zala Kralj und Gasper Santl möchten den ESC für Slowenien gewinnen.
Schlichte Performance: Zala Kralj und Gasper Santl möchten den ESC für Slowenien gewinnen.
Ronen Zvulun, Reuters
Hilfe von nebenan: Für Zypern startet mit Tamta bereits zum zweiten Mal ein bekannter Popstar aus dem Nachbarland Griechenland.
Hilfe von nebenan: Für Zypern startet mit Tamta bereits zum zweiten Mal ein bekannter Popstar aus dem Nachbarland Griechenland.
Ronen Zvulun, Reuters
Favorit der Buchmacher: Der Holländer Duncan Laurence überzeugte mit seiner schlichten Performance am Klavier.
Favorit der Buchmacher: Der Holländer Duncan Laurence überzeugte mit seiner schlichten Performance am Klavier.
Amir Cohen, Reuters
Eine Stimme wie Amy Winehouse: Katerine Duska geht mit ihrem Song «Better Love» für Griechenland an den Start.
Eine Stimme wie Amy Winehouse: Katerine Duska geht mit ihrem Song «Better Love» für Griechenland an den Start.
Ronen Zvulun, Reuters
Grosse Fussstapfen: Kobi Marimi vertritt das Gastland Israel.
Grosse Fussstapfen: Kobi Marimi vertritt das Gastland Israel.
Ronen Zvulun, Reuters
ESC-Kitsch, aber gut: KEiiNO aus Norwegen sind mit ihrem Ohrwurm ein Geheimtipp für den Sieg.
ESC-Kitsch, aber gut: KEiiNO aus Norwegen sind mit ihrem Ohrwurm ein Geheimtipp für den Sieg.
Jack Guez, AFP
Widmet den Song seinem Vater: Michael Rice gewann die britische Vorentscheidung «Eurovision: You Decide» und startet nun für Grossbritannien in Tel Aviv.
Widmet den Song seinem Vater: Michael Rice gewann die britische Vorentscheidung «Eurovision: You Decide» und startet nun für Grossbritannien in Tel Aviv.
Ronen Zvulun, Reuters
Sorgten bereits im Vorfeld für Aufruhr: Der ESC-Song der isländischen Band Hatari heisst übersetzt «Hass wird siegen».
Sorgten bereits im Vorfeld für Aufruhr: Der ESC-Song der isländischen Band Hatari heisst übersetzt «Hass wird siegen».
Jack Guez, AFP
Für Schweden hats bei ihm nie gereicht: Auch Estland hat sich mit Victor Crone einen ESC-Kandidaten aus ihrem Nachbarland geschnappt.
Für Schweden hats bei ihm nie gereicht: Auch Estland hat sich mit Victor Crone einen ESC-Kandidaten aus ihrem Nachbarland geschnappt.
Ronen Zvulun, Reuters
Arbeitet bereits als Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin: ZENA aus Weissrussland ist mit ihren 16 Jahren die jüngste Sängerin des Wettbewerbs.
Arbeitet bereits als Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin: ZENA aus Weissrussland ist mit ihren 16 Jahren die jüngste Sängerin des Wettbewerbs.
Ronen Zvulun, Reuters
Hat sich viel vorgenommen: Aserbeidschan gewann 2011 den ESC in Düsseldorf. In diesem Jahr will Chingiz den Wettbewerb wieder nach Baku holen.
Hat sich viel vorgenommen: Aserbeidschan gewann 2011 den ESC in Düsseldorf. In diesem Jahr will Chingiz den Wettbewerb wieder nach Baku holen.
Jack Guez, AFP
Hofft auf den Conchita-Wurst-Effekt: Bilal Hassani aus Frankreich tritt beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv gegen Homophobie und Rassismus an.
Hofft auf den Conchita-Wurst-Effekt: Bilal Hassani aus Frankreich tritt beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv gegen Homophobie und Rassismus an.
Jack Guez, AFP
«Musik ist wichtiger als Politik»: Alessandro Mahmoud geht für Italien mit seinem Song «Soldi» an den Start.
«Musik ist wichtiger als Politik»: Alessandro Mahmoud geht für Italien mit seinem Song «Soldi» an den Start.
Ronen Zvulun, Reuters
Weiss, wie es läuft: Nevena Bozovic nahm für Serbien bereits 1997 am Junior-ESC in Rotterdam teil.
Weiss, wie es läuft: Nevena Bozovic nahm für Serbien bereits 1997 am Junior-ESC in Rotterdam teil.
Abir Sultan, Keystone
Mit der Startnummer 24: Luca Hänni ist nach fünf Jahren der erste Schweizer Kandidat, der es ins Finale des ESC geschafft hat.
Mit der Startnummer 24: Luca Hänni ist nach fünf Jahren der erste Schweizer Kandidat, der es ins Finale des ESC geschafft hat.
Abir Sultan, Keystone
Hat grosse Chancen auf den Titel: Die Australierin Kate Miller-Heidke überraschte im ersten Halbfinal des ESC 2019 mit ihrer schwebenden Performance und ihrer Stimme.
Hat grosse Chancen auf den Titel: Die Australierin Kate Miller-Heidke überraschte im ersten Halbfinal des ESC 2019 mit ihrer schwebenden Performance und ihrer Stimme.
Abir Sultan, AFP
1 / 26

Dramatische Songs, Feuerwerfer und Lichteffekte: Das sind die Finalisten des ESC 2019.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch