Zum Hauptinhalt springen

Falsche Brüste, echtes Selbstbewusstsein

Als Sexsymbol hat sich Dolly Parton selbst in die Herzen der konservativsten Amerikaner gesungen. Jetzt will sie nochmals aufs «Playboy»-Cover.

Künstliche Haare, künstliche Brüste, aber ansonsten sonst echt: Dolly Parton als 32-Jährige. Foto: Keystone
Künstliche Haare, künstliche Brüste, aber ansonsten sonst echt: Dolly Parton als 32-Jährige. Foto: Keystone

Sie ist eine lebende Legende – und ein lebendes Klischee: sehr blond, sehr vollbusig, sehr gut gelaunt und stets eine lüpfige Country-Weise auf den Lippen – so hat sich Dolly Parton in die Herzen selbst der konservativsten Amerikaner gesungen. In den USA ist sie ein unbestrittenes Sexsymbol und eine Institution. Mehr als 100 Millionen Alben hat sie verkauft und acht Grammys gewonnen, in Sevierville, Tennessee, steht sogar eine eiserne Statue der Country-Lady.

Herzenswunsch zum Fünfundsiebzigsten

Im Januar feierte die Protoblondine ihren 74. Geburtstag. Doch während andere Damen in diesem Alter Pullover für ihre Enkel stricken, hat Parton ganz anderes vor. Zu ihrem 75. Geburtstag im Jahr 2021 will sie noch einmal aufs Titelblatt des Magazins «Playboy», wie sie in einem Interview mit «60 Minutes Australia» bekannt gab. «Schauen Sie, ich war vor Jahren schon mal auf dem ‹Playboy›-Cover, und ich dachte, es wäre der letzte Schrei, sofern sie mitmachen, wenn ich mit 75 wieder auf ihrem Cover sein könnte.»

Einer von Dolly Partons grössten Hits: «Jolene».

Parton posierte bereits 1978 für «Playboy», als das Magazin noch als anrüchig galt: In praller Korsage und mit Hasenöhrchen strahlte die 32-Jährige damals auf der Höhe ihres Ruhms vom Cover. Damals schon machte sie keinen Hehl daraus, dass weder ihre Haare noch ihre Brüste noch ihre Nase echt waren. Warum hätte sie sich dafür schämen sollen? «Ich weiss, ich sehe künstlich aus, aber innen bin ich total echt», so ihre Erklärung.

Sie ging, wohin ihr musikalisches Herz sie trug

Als eines von zwölf Kindern war sie in einer winzigen Hütte aufgewachsen. Die Familie hatte nichts, ausser der Liebe zur Musik. Und klein Dolly hatte früh schon einen Plan. «Ich wollte gesehen und erkannt werden, ich wollte ein Star sein», sagt sie. Sie selber hatte ihren ersten grossen Auftritt als Zehnjährige in einer Fernsehshow.

Dolly Partons Patentochter Miley Cyrus coverte den Song.

Als Teenager zog sie dann nach Nashville und traf dort, in der Hauptstadt des Country, auf einen Mann namens Johnny Cash. Dieser empfahl ihr, musikalisch ihrem Herzen zu folgen, und das tat Dolly mit grossem Erfolg. Anfang der Sechzigerjahre begann sie als Songschreiberin und Duett-Partnerin von Porter Wagoner – und stieg dank ihrer charismatischen Persönlichkeit, ihrer Selbstironie und ihrem attraktiven Äusseren zum grössten Country-Star des Landes auf. «Dumb Blonde» (Dumme Blondine) lautete der erste Song auf ihrem Debütalbum. Parton fand nichts dabei, sich als Klischee zu inszenieren, denn es war eine andere Zeit. «Ich weiss ja selbst am besten, dass ich nicht dumm bin. Und nicht blond.» Es ist die Art von Selbstbewusstsein, mit dem man sich durch Zuschreibungen von aussen nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. 25-mal stand die Patentante von Miley Cyrus in den Country-Charts an der Spitze, veröffentlichte mehr als 40 Studioalben und schrieb legendäre Hits wie «Jolene» und «I Will Always Love You», mit dem Whitney Houston weltberühmt wurde.

Vielleicht ist das bloss Koketterie – vielleicht aber auch nicht. Denn trotz ihrer grossen Erfolge und der «Schwäche für Essen und zu Männern – in dieser Reihenfolge» ist Dolly Parton seit fünfzig Jahren mit Carl Dean verheiratet, einem Bauunternehmer, den sie am ersten Tag in Nashville in einem Waschsalon traf. Sie mag ein lebendes Klischee sein. Aber innen ist alles echt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch