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Geldofs Songtext kommt schlecht an

«Do They Know It's Christmas» – Schürt die neue Fassung des Band-Aid-Klassikers Vorurteile gegen Afrika?

Das Geld soll dem Kampf gegen das Ebola-Virus in Westafrika zugutekommen. Doch Organisator Bob Geldof stösst nicht auf ungeteilte Zustimmung. Namhafte Stars verweigerten sich seinem Aufruf, und es mehren sich die Stimmen, die meinen, Stars sollten lieber spenden statt singen.

Geldof hat den erstmals vor 30 Jahren produzierten Weihnachtshit wieder einmal aufgenommen. Stars wie One Direction, Bono oder Rita Ora versammelten sich in London für die Aufnahmen. In Deutschland spielten mehr als zwei Dutzend Stars das Lied erstmals auf Deutsch ein, darunter die Toten Hosen, Udo Lindenberg, Max Raabe, Andreas Bourani, Jan Josef Liefers, Jan Delay, Max Herre und Peter Maffay.

In Grossbritannien entzündete sich die Debatte vor allem an Superstar Adele, die von Geldof dafür kritisiert wurde, dass sie nicht mitwirken wollte.

Während sich die 26-Jährige selbst aus dem Streit heraushielt, machten andere Künstler ihre Meinung deutlich: Das Projekt wirke auf sie «selbstgefällig», sagte etwa Lily Allen der «Mail on Sunday».

Negative Vorurteile über Afrika

Auch die Autorin Kate Fox distanziert sich. Der Liedtext trage dazu bei, negative Vorurteile über Afrika weiter zu verbreiten und Afrikaner nach dem Motto zu bevormunden.

Der Rapper Fuse ODG sagte seine Teilnahme bei den Aufnahmen ab, nachdem er den Liedtext gelesen hatte. Vor allem die Zeilen «Wo ein Kuss der Liebe dich töten kann und wo der Tod in jeder Träne lauert» sowie «Diese Weihnachten gibt es keinen Frieden und keine Freude in Westafrika» störten ihn.

Auch die Sängerin Emeli Sandé (27) entschuldigte sich auf Twitter, dass der Text manchen beleidigt haben könnte. Sie hätte sich Änderungen gewünscht, die aber nicht berücksichtigt worden seien, schrieb die Britin mit sambischen Wurzeln.

1984 waren es die Millionen Hungernden in Äthiopien, deren Leid die Künstler ins Studio holte. 1989 und 2004 folgten weitere Neuaufnahmen. Jedes Mal erfolgreich. In Grossbritannien läuft die Single auch diesmal trotz all der Kontroversen hervorragend, mehr als 300'000 Verkäufe sollen es in den ersten Tagen gewesen sein.

SDA

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