Herzblutrocker in der Brasserie 17

Interlaken

Donnerstag in einer Woche tritt schon fast traditionsgemäss die Berner Rockgruppe Juraya in der Brasserie 17 in Interlaken auf.

Stimmungskanone Peter Urfer (r.)?mit dem Gitarristen Gian Carlos Monn: Am Donnerstag werden sie mit Juraya in der Brasserie17 einheizen.<p class='credit'>(Bild: Bruno Petroni)</p>

Stimmungskanone Peter Urfer (r.)?mit dem Gitarristen Gian Carlos Monn: Am Donnerstag werden sie mit Juraya in der Brasserie17 einheizen.

(Bild: Bruno Petroni)

Peter Urfer, als Frontmann verschiedener Rockbands sangen Sie 40 Jahre Poprock, Hardrock und Artrock. Wie hat sich die Rockmusik entwickelt?Peter Urfer:Der Anteil von Elektrogitarren und Keyboards ist viel grösser geworden. Einerseits gibt es dadurch heute viel mehr Kitsch, andererseits animiert mich eine «Keyboardwolke» richtiggehend zum Singen. Wirklich Gutes ist aber gut geblieben.

Was ist für Sie denn wirklich gut?Als ich vor 40 Jahren die Musik von Journey und Toto hörte, wusste ich sofort: Das ist es! Diese Rockbands sind auch heute noch das Mass aller Dinge. An ihnen orientierte ich mich die Jahre hindurch. Aber auch ein Freddy Mercury inspirierte mich enorm.

Acht Jahre nach der Gründung fehlt Juraya noch der grosse Durchbruch. Woran liegt das?Wir sind wohl einfach zu brav; zu anständig. Als Rocker solltest du hin und wieder für einen währschaften Skandal sorgen, ein Hotelzimmer zerlegen, mit einem Pornosternchen an eine Party, und so in die Schlagzeilen gelangen. So kannst du dich verkaufen. Als sogenannte Gentlemen­rocker ohne professionelles Management stehen wir auf dem Verliererposten. Der Weg über eine Plattenfirma kostet aber schnell mal Hunderttausende von Franken. Die haben wir nicht. Dafür haben wir Herzblut für die Sache, die wir tun. Und letztlich ist es das, was zählt.

Ist der Markt vielleicht auch etwas gesättigt?Er ist nicht gesättigt – er ist «am Arsch». Es gibt so viele Bands; gute und weniger gute. Viele mit schlechter Qualität, dafür umso aggressiverer Werbung.

In diesen Tagen haben Sie mit «Christmas Everyday» einen weihnächtlichen Ohrwurm auf den Markt gebracht. Wie kommt ihr zu einem Weihnachtslied?Unser inoffiziell fünftes Bandmitglied, Keyboarder Stefan Bregy, klimperte vor gut einem Jahr mal paar Akkorde, und das tönte genial. Geplant war das nicht, aber wir arbeiteten daran, und so entstand dieser Weihnachtssong. Ähnlich ging es ja auch bei «Break Away», das wir diesen Herbst ebenfalls lanciert haben.

Bestimmt habt ihr bereits weitere neue Songs in der Pfanne...?O ja. Wir sind an einem neuen Song, der von der Flüchtlingsproblematik handelt. Und unser Leadgitarrist Carlos Monn arbeitet an einem Lovesong an seine neue grosse, vierrädrige Liebe mit 466 PS.

Berner Zeitung

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