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Im Rückwärtsgang in die Sackgasse

Mit Schuberts «Fierrabras» wurde der Reigen der Neuinszenierungen an den diesjährigen Salzburger Festspielen abgeschlossen. Ein Desaster.

Steife Tableaus mit wallenden Gewändern: Aufführung von Fierrabas an den Salzburger Festspielen. Foto: Salzburger Festspiele
Steife Tableaus mit wallenden Gewändern: Aufführung von Fierrabas an den Salzburger Festspielen. Foto: Salzburger Festspiele

Als Gerard Mortier vor wenigen Monaten starb, schaltete die Leitung der Salzburger Festspiele eine Anzeige, in der sie Mortier ausdrücklich dankte, dass er in seiner Zeit als Festspielintendant in Salzburg die Oper mutig erneuert und in die Gegenwart geholt habe. Nach der Premiere von Franz Schuberts «Fierra­bras», der letzten Premiere dieser Festspielsaison, drängt sich nun der Verdacht auf, dass in Salzburg die Oper inzwischen in der Gegenrichtung unterwegs ist. Oder ist es Zufall, dass erst ­Regisseur Alvis Hermanis bei Verdis «Il Trovatore» auf das Prinzip Museum setzt und altbackenes Kostümtheater zeigt und vier Tage später Peter Stein Schuberts «Fierrabras» in steife Tableaus mit wallenden Gewändern einfriert? Zumal Steins heutiges Opernverständnis nach seinem «Macbeth» in alberner Sandalenoptik und seinem reaktionär kos­tümseligen «Don Carlo» in Salzburg bekannt ist.

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