Zum Hauptinhalt springen

Jazzlegende Dave Brubeck ist tot

Der amerikanische Pianist Dave Brubeck ist an einem Herzversagen gestorben – einen Tag vor seinem 92. Geburtstag. Brubeck eroberte ein breites Publikum für den Jazz, konnte aber nicht Noten lesen.

«Völlig unerwartet» verstorben: Jazzpianist Dave Brubeck.
«Völlig unerwartet» verstorben: Jazzpianist Dave Brubeck.
Reuters

Der legendäre US-Jazzpianist Dave Brubeck ist kurz vor seinem 92. Geburtstag gestorben. Der Musiker starb am Mittwochmorgen nach einem Herzversagen im Krankenhaus von Norwalk im Bundesstaat Connecticut, sagte Brubecks langjähriger Manager Russell Gloyd der Nachrichtenagentur AFP. Mit seinem Dave Brubeck Quartet eroberte er in den 50er und 60er Jahren ein breites Publikum für den Jazz. Brubeck wäre am Donnerstag 92 Jahre alt geworden. Der Tod sei «völlig unerwartet» gekommen, sagte Gloyd. «Wir haben noch eine grosse Party geplant.» Brubecks ältester Sohn habe am Mittwoch gemerkt, dass etwas nicht stimme. Der Notarzt habe den Musiker dann ins Krankenhaus gebracht, wo er starb.

Der experimentierfreudige Pianist stand an der Spitze des Dave Brubeck Quartet, das er gemeinsam mit dem Saxophonisten Paul Desmond gründete. Mit Konzerten vor allem an Universitäten machten sie den Jazz populär. Ihr 1959 veröffentlichtes Album «Time Out» war die erste Jazzplatte, von der Millionen Tonträger verkauft wurden. Stücke wie «Take Five» und «Blue Rondo a la Turk» erreichten ein Mainstream-Publikum und brachten Brubeck zu Weltruhm.

Vater war Viehzüchter

Brubeck wurde 1920 im Bundesstaat Kalifornien geboren, sein Vater war Viehzüchter und seine Mutter Klavierlehrerin. Als Vierjähriger begann er, ausgehend von klassischen Pianostücken zu improvisieren – lernte aber nie, richtig Noten zu lesen. Zunächst träumte Brubeck davon, wie sein Vater mit Tieren zu arbeiten und begann ein Studium der Veterinärmedizin. Doch die Musik liess ihn nicht los, Anfang der 40er Jahren wechselte er ans Konservatorium für ein Klavierstudium.

Mit seiner Gewandtheit an den Tasten konnte Brubeck zunächst verschleiern, dass er nicht vom Blatt spielen konnte. Als die Professoren schliesslich bemerkten, dass er keine Noten lesen konnte, gewährten sie ihm den Abschluss nur unter der Bedingung, dass er nie Musiklehrer werde dürfe. Nach einem Militärdienst während des Zweiten Weltkrieges studierte Brubeck noch bei dem französischen Komponisten Darius Milhaud, ehe er Ende der 40er Jahre in San Francisco seine mehr als sechs Jahrzehnte dauernde Karriere begann.

Brubeck lehnte sich gegen die Konventionen des traditionellen Jazz auf und schrieb seine Stücke in ungewöhnlichen Taktarten. Auch experimentierte er mit einer Verbindung von Jazz und klassischer Musik. Sein Quartett spielte unter anderem mit den New Yorker Philharmonikern unter Leitung von Leonard Bernstein.

Brubeck erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter 1996 den renommierten Musikpreis Grammy für sein Lebenswerk. Der Pianist musizierte für US-Präsidenten im Weissen Haus und wurde von der Kongressbibliothek in Washington als «lebende Legende» geführt. Brubeck machte bis ins hohe Alter Musik, noch im vergangenen Jahr trat er öffentlich auf.

AFP/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch