LP: «‹Lost on You› konnte ich lange gar nicht singen»

Die Sängerin LP ist fast die einzige weibliche Headlinerin auf dem Gurten. Im Interview spricht sie über ihren Hit «Lost on You» und ihre Freundin.

Headlinerin auf der Zeltbühne: US-Sängerin LP alias Laura Pergolizzi.

Headlinerin auf der Zeltbühne: US-Sängerin LP alias Laura Pergolizzi.

(Bild: Keystone)

Marina Bolzli@Zimlisberg

Mögen Sie Ihren Superhit «Lost on You» überhaupt noch?
LP: Ja, klar. Als ich ihn schrieb, war ich in einem tiefen Loch. Ich musste die Trennung von meiner Freundin verarbeiten. Lange behielt ich ihn für mich, konnte ihn gar nicht singen, weil ich gleich einen Kloss im Hals kriegte. Erst jetzt realisiere ich, wie traurig ich damals war. Und jetzt kann er vielleicht anderen in einer schwierigen Situation Trost sein.

Und Sie sind jetzt glücklich?
Ich führe eine glückliche Beziehung. Natürlich, wir haben unsere Hochs und Tiefs. Es ist auch schwierig, wenn ich so viel toure und meine Freundin in L.A. bleibt. Sie ist auch Musikerin und arbeitet an ihren Songs. Irgendwann werden wir zusammen auf Tour gehen.

Sie spielen fast jeden Abend an einem anderen Ort in Europa, ist das nicht anstrengend?
Wir haben Spass. Ich toure gern. Manchmal ist es grossartig, manchmal weniger. Ich muss oft früh aufstehen, und das mag ich eigentlich nicht.

Wie hat sich Ihr Leben ver­ändert?
Ich bin schon früher getourt, hatte eigene Alben, auch wenn die nicht so erfolgreich waren. Und dann schrieb ich ein paar Jahre mehr für andere Musiker wie Rihanna und Christina Aguilera. Ich konnte sehr gut davon leben. 2012 unterschrieb ich einen Plattenvertrag. Seither kam der Erfolg schleichend.

Jetzt sind Sie aber oben.
Ein Musikerleben geht auf und ab: von erfolgreich zu nicht erfolgreich, ein kurzer Weg.

Schreiben Sie momentan überhaupt noch Songs?
Das letzte Mal, als ich wirklich für mich hinsass und einen Song schrieb, das war im Dezember. Wenn meine Tour im November zu Ende ist, will ich aber wieder schreiben.

Auch für andere Musiker?
Ja, klar. Aber am liebsten will ich die Songs mit ihnen zusammen schreiben. Ich will nicht allein in einem sterilen Raum sitzen und für mich schreiben.

Behalten Sie die besten Songs eigentlich für sich selbst?
Irgendwie schon. Aber von manchen Songs denke ich auch, dass nur ich sie singen sollte. Weil der Inhalt superpersönlich ist. Es gibt diesen Song, in dem ich beschreibe, wie meine Ex-Freundin und ich uns liebten. Der war ein Jahr auf dem Markt für andere Musiker. Und als niemand ihn nahm, war ich insgeheim froh. Es wäre doch sehr komisch gewesen, wenn das jemand anders gesungen hätte.

Berner Zeitung

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