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«O we dr Schnee verbrönnt»

Lieder, in denen YB gehuldigt wird, gibt es einige. In einem sind die Fussballfans auch Kirchgänger, im nächsten hat das Team «wieder mau» gwunne. Eine Auswahl.

«YB-Boogie»

Cuco und Polo Hofer

1986: an einer Rock-’n’-Roll-Veranstaltung zum Nationalfeiertag. Jemand geht auf Ueli «Jacky» Schmutz vom Duo Jacky’s zu und schlägt vor, dass der Musiker doch einen YB-Boogie aufnehmen solle. «Ich erwiderte: ‹Ich mache die Melodie. Zum Boogie brauchts aber auch Text›», so Jacky Schmutz später gegenüber dem «Bernerbär». Polo Hofer meldet sich spontan. «Ich mache den Text. Aber nur, wenn man nicht Fussball spielen muss», sagt er. Und wer soll singen? «Cuco hilft sicher mit», meint Jacky Schmutz.

Wenige Tage später treffen sich alle im Studio. Anwesend ist auch die ganze Mannschaft der Young Boys, die den Refrain singt. Doch die Spieler treffen Bälle besser als Töne, erinnert sich Jacky Schmutz: «Sie haben falsch gesungen ‹wi ne Moore›, vor allem Lars Lunde.» 2018: «YB, YB, so tönts im ganze Stadion, YB, YB, du bisch di gröschti Sensation.» Seit den 1990er-Jahren wird der «YB-Boogie» noch heute nach jedem YB-Goal angespielt.

«Hie»

Wurzel 5

Seit der Winterpause ist das zwölf Jahre alte Stück der Berner Rapcombo – eigentlich eine Ode an Bern – der offizielle Einlaufsong von YB. «Hie ghöri häre, hie bi ig deheime» ertönt immer vor Spielbeginn und verstärkt das sowieso schon lodernde Fussballfeuer. Wurzel 5 haben den Song in enger Zusammenarbeit mit YB und Fanvertretern zum Einlaufsong umgewandelt.

Und er funktioniert: «Hie» schweisst den Fussballclub noch enger mit seiner Stadt zusammen. Für ihn gehe ein Kindheitstraum in Erfüllung, sagte Baldy Minder von Wurzel 5 gegenüber Bernerzeitung.ch. «Für einen riesigen YB-Fan wie mich ist die Wahl des Songs einer der grössten Musikmomente meines Lebens.» Und was bekommt man eigentlich für einen Einlaufsong? Freien Eintritt für die ganze Band zu allen Spielen – solange der Song verwendet wird.

«Häbet nech am Bänkli»

Five Friends.

«Häbet nech am Bänkli, häbet nech am Bänkli, YB hett für euch es Gschänkli! Häbet nech am Bänkli, häbet nech am Bänkli, YB schiesst es Goal!» 1973 haben die Five Friends zusammen mit dem Eric-Hauser-Sextett und der Metallharmonie Bern «Häbet nech am Bänkli» aufgenommen.

Seit 2012 gehört ihr Song, der auf einer Komposition des Deutschen Wilhelm Hinsch basiert, offiziell zu den lebendigen Traditionen des Kantons Bern. Lebendig gehalten wird diese Tradition fürwahr – an jedem Spiel. Und die Fans sind sich bis heute einig: «Wie YB spielt, wie YB stürmt – es isch e wahri Freud! Drum hett e Bsuech im Stadion bis hütt no kene greut!» So gehört das Lied zum Matchbesuch wie die Wurst und das Bier. Apropos Bier:

Wilhelm Hinschs «Trinkn wir noch ein Tröpfchen» von 1905 ist ein veritabler ­Trinksong: «Trinkn wir noch ein Tröpfchen, trinkn wir noch ein Tröpfchen, aus dem alten Henkeltöpfchen!»

«E rächte Bärner Giel»

Harry von Graffenried.

Dieser Song ist ­legendär und gilt als der Urvater aller YB-Songs: das Lied «E rächte Bärner Giel» von 1959. Es stammt aus der ­Feder des Berner Kabarettisten Harry von Graffenried – es könnte glatt von den Comedian Harmonists sein. Berühmt gemacht hat es von Graffenrieds Kabarettensemble Bärner Rohrspatze. «E rächte Bärner Giu, dä isch für YB», heisst es da, «o we dr Schnee verbrönnt, är blibt derbi.»

Es ist ein liebliches und zugleich hymnisches Lied mit enormem Schunkelfaktor. In «E rächte Bärner Giel» sind die – ausschliesslich männlichen – Fussballfans selbstverständlich auch fleissige Kirchgänger. Ob das heute auch noch der Fall ist?

«Hüt hei si wieder mau gwunne»

Züri West

«Dr Schlusspfiff isch pfiffe, im Stadion isch s stiu, u d Räng si läär»: Im typischen lauenerschen Schlurfton besingt der Züri-West-Frontmann das Ende eines YB-Matchs, und es klingt, als hätte man verloren – doch nein: «Hüt hei si wieder mau gwunne.»

Erstmals wurde der Song 1991 auf dem Album «Arturo Bandini» veröffentlicht. 17 Jahre später belebte ihn die Band neu: Zu Ehren des Stürmers Thomas Häberli traten Züri West als The Häberlis auf. In Interviews schwärmte Lauener: «Häbi ist der Geilste. Wenn er gut ist, ist die ganze Mannschaft besser.»

«YB-Song»

Nisu

Visionär: Im Video zum kürzlich veröffentlichten «YB-Song» des Berner Rappers Nisu schiesst Gelb-Schwarz gegen Basel Tor um Tor – und nimmt am Ende die Trophäe entgegen. «Ä Wang wo Gäub-Schwarz treit, die ganzi Arena steit», heisst es im Text, «ä ganzi Stadt wo gloubt, das me dä Titu hout.»

Nun ist er da. Und die ganze Stadt kann feiern.

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