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Obama wählte Reamonn

Barack Obama ist seit seiner Rede in Berlin Ehrenmitglied von Reamonn («Supergirl»). Ob dies der deutsch-irischen Band mit dem fünften Album «Reamonn» den Durchbruch in Amerika beschert?

«Die Schweiz war für uns immer wichtig. Hier gaben wir sogar unser erstes Konzert!», erzählt Sänger Rea Garvey – und schmunzelt bei der Erinnerung an die Begleitumstände. «Eigentlich hätte es in Liechtenstein stattfinden sollen, doch wir hatten schon so viel Equipment, dass es auf der Bühne nicht genügend Platz hatte. So schickte man uns in den Safari Club nach Chur, wo wir vor vier Zuhörern spielten, die sich nebenbei dem Tischfussball widmeten.» Offenbar hat diese Erfahrung bei der Band kein Trauma hinterlassen; die Schweizer Fans haben ihr danach oft genug gezeigt, wie begeisterungsfähig sie sind. Garvey: «Legendär ist der Auftritt im Volkshaus, wo der zwanzigminütige Stromausfall, bei dem wir mit den Fans ein akustisches Set hinlegten, zum Höhepunkt des Abends wurde.» Das erste Konzert im Zürcher Hallenstadion am 11. Februar 2009 hat die Band gar bewusst ans Ende ihrer Tour gesetzt, weil es deren Krönung werden soll.

Vorstoss nach Übersee

Obwohl Reamonn schon mit ihrer ersten Single «Supergirl» einen Ohrwurm lancierte und sich schnell weitere Erfolge einstellten, stand die Zukunft des Quintetts in Frage, als Garvey 2006 nach der Veröffentlichung von «Wish» seine Stimme verlor. Nach einer Überbeanspruchung der Stimmbänder musste er sich einer Operation unterziehen, die im ersten Anlauf ein Fiasko war, im zweiten jedoch das erhoffte Resultat brachte. «Nun kann ich auf der Bühne wieder Vollgas geben», liess Garvey verlauten. Als Reamonn die verschobenen Konzerte im vergangenen Jahr nachholte und nebenbei auch in Nelly Furtados Vorprogramm durch Europa touren konnte, begeisterte die Band in Paris die Verantwortlichen ihrer Plattenfirma Interscope derart, dass sie vom US-Label für den nordamerikanischen Markt unter Vertrag genommen wurde. Die fünfte CD wird im Frühling 2009 als erstes Reamonn-Album auch in Übersee veröffentlicht. «Ich glaube, dies ist der ideale Zeitpunkt, denn unsere früheren Platten hätten dort keine Chance gehabt», meint Rea Garvey. Soundtechnisch ist die Band, die mit renommierten Produzenten aufgenommen hat und die neue CD von Grammy-Gewinner Julio Reyes Copello (Jennifer Lopez) abmischen liess, tatsächlich in neue Sphären vorgestossen. Allerdings sucht man auf «Reamonn» vergeblich nach ähnlich stimmungsvollen Würfen wie «Supergirl» oder «Star».

Ehrenmitglied Obama

Immerhin gibt es auf der Platte Songs, die mehr Potenzial als die betuliche erste Auskoppelung «Through the Eyes of a Child» haben. An ehesten sorgt «Free Like a Bird» für wohlige Reamonn-Gänsehaut, einer von drei Songs, die sich ums Fliegen drehen. «Ich mag diese Metapher, sie steht für Freiheit oder Neuanfang», erläutert Garvey. Letzteres passt zur Aufbruchstimmung, die Barack Obama schon im Juli in Berlin verbreitete, wo Reamonn die 200'000 Menschen, die seine Rede unter der Siegessäule hören wollten, musikalisch eingestimmt hatte. «Als die Anfrage aus den USA kam, zögerten wir zunächst noch, ob wir uns für Obama engagieren sollten, doch als wir erfuhren, dass er uns selbst ausgewählt hatte, sagten wir zu», verrät Garvey. Beim Treffen nach dem Auftritt erhielt Obama dann gar einen Ring mit dem Reamonn-Logo, wie ihn sonst nur die Bandmitglieder besitzen. Darauf fragte der Präsidentschaftskandidat, ob er sich nun als Ehrenmitglied betrachten könne. Garveys Antwort war wohl: «Yes, you can!»

CD: Reamonn, «Reamonn», Universal. Konzert: 11.Februar, Hallenstadion Zürich.

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