Pop-Briefing: Von Räubern und Büezern

Was ist wichtig in der weiten Welt der Popmusik? Beispielsweise die zauberhafte Band Big Thief – und die Frage, warum Gölä und Trauffer «Büezer» eigentlich mit «tz» schreiben.

Raubt Seelen: Die Band Big Thief mit Adrianne Lenker (hinten rechts). Foto: 4AD

Raubt Seelen: Die Band Big Thief mit Adrianne Lenker (hinten rechts). Foto: 4AD

Das muss man hören


In England zwitschern in den Popcharts die Vögel – dank dem Titel «Let Nature Sing», der auf das Artensterben aufmerksam macht. Und auch in dieser Rubrik klingt es vordergründig recht ruhig, weil es eine Folkband zu bewundern gibt, die mit «U.F.O.F.» eines der bislang wertvollsten Alben des Jahres veröffentlicht hat. Die Band heisst Big Thief, die federführende Songwriterin Adrianne Lenker, und wie sie eine freie Musik über Freundschaften und Ausserirdische voller Brüche hinzaubert, wirkt dann doch beinahe unerhört. Und laut.

Darüber wird gesprochen


Wann ist ein Büezer noch ein Büezer? Diese Frage stellt sich, wenn über die «Büetzer Buebe» gesprochen wird (die «Büezer» unverständlicherweise mit «tz» schreiben. ) Gemäss «Bund» haben Gölä und Trauffer einen «Büetzerclub» ins Leben gerufen, damit die Tickets für das Letzigrund-Konzert nicht die 100-Franken-Grenze sprengen. Mit 25'000 Franken ist man dabei, um neben einem Besuch im Studio einen gemütlichen Grillabend mit den beiden Schwerarbeitern zu verbringen.

Nun kann man sich als Popinteressierter entscheiden: Wohin nur mit dem Geld? Hier vier Möglichkeiten:

Das Schweizer Fenster


Wir bleiben in der Heimat, doch weiten den Blick in Richtung Westen. Aus Genf stammt nämlich das Duo, das sich Hyperculte nennt. Gerade haben Simone Aubert und Vincent Bertholet das neue Album «Massif Occidental» veröffentlicht, auf dem sie die Trance mit einer sehr eigenartigen Wave-Musik erreichen wollen. Auch der Grauzone-«Eisbär», der gerade neu auf Vinyl veröffentlicht wird, ist zu hören.

Was blüht


«ESC-Sieg ist greifbar nah», schrieb der «SonntagsBlick» am vergangenen Sonntag über die Chancen von Luca Hänni. Weil: «Einen derart fetzigen Song von der neutralen Schweiz präsentiert zu bekommen, ist schlicht eine Sensation – da haben sich die Eidgenossen endlich mal was getraut!» Nun denn, man will ja nicht als Defätist dastehen, allein: Aber wie war das nochmals mit der Schweiz und den Eurovision-Halbfinals? Antworten gibts dann am 16. Mai, wenn Luca Hänni mit «She Got Me» seinen Auftritt bestreiten muss.

Das Fundstück


Netflix-Serien haben hier gemeinhin nichts zu suchen, weil Fundstücke in der Regel auf anderen Kanälen auftauchen. Aber: Mir scheint, dass «Pose» – jene Serie, die in der Ballroom-Kultur New Yorks spielt – immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten hat. Wer die erste Staffel gesehen hat, wird jedenfalls Songs wie Tina Turners «Private Dancer» oder Kate Bushs «Running Up that Hill» neu hören. Und «Love Is the Message» in der Endlosschlaufe anhören:

Die Wochen-Tonspur


Die aufdatierte Wochen-Playlist, mit Vogelgezwitscher, archaischen Gesängen, einem Song über Liegestütze und einem der bislang allerbesten Songs des Jahres (nämlich jener von Kate Tempest).

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