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Pop-Briefing: Alles Beyoncé

Die Popkolumne hält Sie Woche für Woche auf dem Laufenden – dieses Mal mit Beychella, dem gottesfürchtigen Sockenverkäufer Kanye West, Harfensongs und der Tonspur für den Frühsommer.

Benedikt Sartorius
Die Queen, unbestritten: Beyoncé in Coachella. Foto: Netflix
Die Queen, unbestritten: Beyoncé in Coachella. Foto: Netflix

Das muss man hören

... beziehungsweise besser sehen: Denn seit dem vergangenen Mittwoch ist «Homecoming» auf Netflix verfügbar. Der Film dokumentiert die Coachella-Shows von Beyoncé, die sie vor einem Jahr in der kalifornischen Wüste gegeben hat. Und wer das anschaut, wird hin und weg sein, von der grossartigen Marching-Band, von den Tänzen, und natürlich von Beyoncé, die hier, nur wenige Monate nach einer komplizierten Zwillingsgeburt, zurückkehrt – mit neuer Energie, die auch politisch zu lesen ist. Und bei aller Perfektion dieser Show dringt dann auch eine Dringlichkeit und Herzlichkeit durch, die man bei Beyoncé so noch nicht gesehen hat. Kurz, mehr geht nicht auf einer Showbühne. (Wer nur hören will: Das Album zum Konzert gibts zudem auf allen Streamingdiensten, dort, wo seit heute auch «Lemonade» verfügbar ist.)

Darüber wird gesprochen

Apropos Coachella: Dieses fand an den beiden letzten Wochenenden statt, und niemand kam auch nur annähernd an Beyoncés Auftritt heran, auch nicht Childish Gambino, von dem nach seinem «This Is America»-Clip eine Show von ähnlichem Ausmass hätte erwartet werden können. So nutzte Kanye West die Gunst der enttäuschenden Stunde, und feierte seinen Gottesdienst am Ostersonntag auf einem eigens aufgeschütteten Hügel auf dem Festivalgelände. Er tat dies nicht nur mit den Festivalbesuchern – darunter Justin Bieber – sondern auch mit jenen, die das Festival via Youtube miterleben wollten. Zu reden gab dann freilich vor allem der Preis seiner schön designten «Church Clothes»: Ab 50 Dollar für ein Paar «Jesus Walks»-Socken (die wirklich so heissen) ist man dabei.

Das Schweizer Fenster

Eines der einnehmendsten Song-Alben des bisherigen Jahres veröffentlicht am Freitag die Harfenistin Linda Vogel. «Maps to Others» heisst es, und wer nun wegen des Instruments der Zürcherin irgendwas Märchenhaftes erwartet, muss enttäuscht werden. Weil die Klischees, die sind ihre Sache nicht. Lieber experimentiert Linda Vogel, mit ihrem Instrument, mit der Songform. Als Vorgeschmack: ihre Vertonung des uralten Gedichts «No Man Is an Island».

Was blüht

Der Countdown tickt, zumindest für jene, die sich für Taylor Swift interessieren. Was sie aber genau ankündigen will – ein neues Album, eine neue Single, neue Socken – auf ihrer Onlinepräsenz? Das wird man wohl erst am Freitag erfahren, wenn die Zeit ganz runter gezählt ist.

Das Fundstück

Immer wenn die Sonne wieder auftaucht, grabe ich diesen Wegbegleiter aus dem Sommer 2015 aus. Damals hat der verehrte DJ Koze diese Playlist zusammengestellt – mit Musik, die nicht einfach grell scheint, sondern auch die melancholischen Seiten des endlosen Sonnenscheins mitleuchten lässt. Ein ewiges Lieblingslied sei mit «For the Young» von Kindness hervorgehoben.

Die Wochen-Tonspur

Auch hier kann die Sonne aufgehen, zumindest dann, wenn der Dancefloor lockt. Ansonsten gibts neue Soundexplorationen von Andreas Spechtl und Lambchop, Rap von Slowthai und Jpegmafia, Folk von Aldous Harding und den Sarkasmus-Blues der Fat White Family.

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