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Pop-Briefing: Sieben Smileys als Geschenk

Die neue Pop-Kolumne mit einer Playlist für die Weihnachtsfestivitäten. Aber auch mit dem Festtagsvogel Tyler, the Creator und der neuen Single der Beat-Breu-Fans Dachs.

Benedikt Sartorius
Was gibts denn hier zu gratulieren? Das Popduo Dachs. Foto: PD
Was gibts denn hier zu gratulieren? Das Popduo Dachs. Foto: PD

Das muss man hören

Die Musikindustrie macht mehrheitlich Pause. Aber wer auf die Feiertage pfeift, fällt auf: nicht unbedingt Ariana Grande, die ein Livealbum veröffentlicht hat (wer braucht denn das?). Da bleibe ich doch lieber bei Tyler, the Creator, der seit seinem Beitrag zum «Grinch»-Soundtrack vom letzten Jahr weihnachtstauglich geworden ist. Nun hat der ehemalige Skandal-Bube zwei neue Tracks «gedroppt», wie es im Jargon heisst. «Best Interest» – der eine der beiden Songs – ist dabei ein Entwurf aus jenen Aufnahmen, die es nicht auf das diesjährige Album «Igor» geschafft haben. Tönt aber dennoch gut, genau wie der zweite Song «Group B».

Ach ja: Auch König Drake ist aus dem Jahresschlaf erwacht – mit dem wenig weihnächtlichen Titel «War». Für jene interessant, die sich für die Fehde zwischen ihm und The Weeknd interessieren:

Wem das alles nicht gefällt: Allenfalls ist die neuste Produktion von Jim O’Rourke, der früher mal mit Sonic Youth und Wilco gearbeitet hat und mittlerweile in Japan gelandet ist, interessant. Diese heisst «great addition to the music server collection, but not that satisfying as listening session material» – und gibts, weil ja Weihnachten ist, als Gratis-Download:

Darüber wird gesprochen

Über die passende Musik zu Weihnachten. Muss es Mariah Careys Endlich-Nummer-1-Hit «All I Want for Christmas Is You» sein, der nun auch ein neues Videoclip erhalten hat? Braucht es überhaupt weihnächtliches Hintergrundrauschen, oder sollte man nicht selbst singen? Kurz, es gibt einiges zu diskutieren, aber immerhin haben wir hier die Weihnachtstonspur aus dem vergangenen Jahr leicht aufdatiert, die sich beim Selbstversuch recht gut gemacht hat – auch dank einigen Sperrigkeiten. Weil auch an Weihnachten gilt: Zu viel Kitsch schadet.

Das Schweizer Fenster

Sie waren weit mehr als nur Schattengestalten des jüngeren Mundartpops. Und doch musste man Angst haben, dass Dachs trotz grossartigen Singles wie «Büzlä» irgendwo verlustig gehen. Seit ihrem Song «Beat Breu» – jener Hymne auf die zerknitterten Helden dieser Welt – ist diese Angst verflogen.

Und so veröffentlichen Dachs selbst am 24. Dezember neue Musik, in Form des zarten Songs «Du schicksch sibä Smileys». Da feiert zwar einer Geburtstag, aber so richtig weiss er nicht, warum er es nun «richtig krachen» lassen soll. Weil es waren ja nur zwei Menschen, «sie hends tribä irgändwo hinder dä Chuchitüür», und viel könne er also auch nicht dafür. Wie es hinter der Tür aussieht? Anhören, und den eigenen Emoji-Gebrauch gerade in diesen Festtagen allenfalls überdenken.

Das Fundstück

Die schönsten 19 Konzertminuten des Jahres 2019? Vielleicht diese hier – mit dem Schlagzeuger Makaya McCraven und seiner Band. Da kann man schon mal in Tränen ausbrechen.

Die Wochen-Tonspur

Neu hinzugefügt zur Playlist: Zehn eher zufällig wieder gehörte Songs und alte Jahresfavoriten – etwa Helado Negros «Two Lucky» mit dem Nächstenliebesatz «Take care of people today/Call them up if you wanna say». Weihnächtlicher? Geht gar nicht.

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