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Blutauffrischung bei Royal Blood

Kaum jemand kreiert mit derart limitierter Instrumentierung eine solche Wucht und Energie wie Royal Blood. Mitte Juli beschallt das Duo aus Brighton mit seinem neuen Album «How Did We Get So Dark?» im Gepäck den Gurten. Bitte anschnallen!

Minimale Besetzung, maximale Wirkung: Ben Thatcher (links) und Mike Kerr sind Royal Blood.
Minimale Besetzung, maximale Wirkung: Ben Thatcher (links) und Mike Kerr sind Royal Blood.
zvg

Zwei Typen. Zwei Instrumente. Ein fre­netischer, roher Blues-Rock-Sound. Eine phänomenale Erfolgsgeschichte. Das ist Royal Blood in Kürzestform. «Fantastisch», konstatierte Jimmy Page, legendärer Gitarrist von Led Zeppelin. «Ich bejuble euch!», schwadronierte Moderatoren-Ikone Howard Stern. Und die Musik­gazette «Rolling Stone» titelte: «Wie Royal Blood den britischen Hardrock wieder entzündeten.»

Um all dies zu erreichen, brauchten Mike Kerr (Gesang, Bass) und Ben Thatcher (Schlagzeug) gerade einmal ein paar Monate. Die Freunde seit Teenagerzeiten gründeten Royal Blood zu Beginn des Jahres 2013, nachdem Kerr von einer Auszeit in Australien zurückgekehrt war.

Am Ende des Jahres lag die erste Single vor, das furiose «Out of the Black». Royal Blood wurden von der BBC in die Gruppe jener Künstler aufgenommen, denen sie den grossen Durchbruch zutraute. Das war nicht zu viel versprochen: Im August 2014 erschien das Debütalbum «Royal Blood», es schoss in England auf Platz 1 der Charts und sorgte weltweit für Furore.

Licht an bei «Lights Out»

Jede Menge Gigs, eine Tour mit den Foo Fighters und einen Brit-Award als beste britische Band später melden sich Kerr und Thatcher zurück. Mit zwei Gitarristen, einer Armada von Synthesizern und einem Sinfonieorchester im Rücken?

Ach was: Mit Riffs à gogo, Thatchers treibenden Drums, Kerrs ideenreich bespielter Bassgitarre, die den frenetischen Groove legen, über dem der Frontmann seinen humorlos-leidenschaftlichen Gesang vom Stapel lässt – manchmal im Falsett, was den Songs nichts von ihrer Heftigkeit nimmt.

Bei der ersten Single «Lights Out» gehen gleich mal die Lichter an: Das ist schwerer, deftiger, hoch energetischer Bluesrock in minimaler Besetzung mit maximaler Wirkung.

Konstant hoher Energielevel

Beileibe kein Einzelfall: Auch das Titelstück, «Hook, Line & Sinker» oder «Hole in Your Heart» (tatsächlich mit einem Keyboard!) reissen mit ihrer Wucht, ihren knackigen Riffs und Refrains mit. Dabei ist «How Did We Get So Dark?» beileibe keine Neuerfindung des Royal-Blood-Sounds, sondern lediglich eine royale Blutauffrischung.

Aber mit einem jederzeit ansteckend hohen Energielevel, das selbst weniger denkwürdige Momente auszeichnet («She’s Creeping»). Die Anhänger von kraftstrotzender Rockmusik, die am 12. Juli ans Gurtenfestival reisen, dürfen sich jedenfalls auf einen Sturm freuen. Entfesselt von zwei Typen mit zwei Instrumenten und frenetischem, rohem Bluesrock. Die Erfolgs­geschichte geht weiter.

Royal Blood: «How Did We Get So Dark?», Warner. Live: 12. Juli, Gurtenfestival.

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