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Sehr brav

Sophie Hunger gab das erste von fünf Konzerten im Zürcher Kaufleuten. Befund: Ihre Dauer-Sensibilität kann ganz schön nerven.

Aus Intensität wird Monotonie: Sophie Hunger (Hier am Blue Balls Festival in Luzern, 22. Juli 2011).
Aus Intensität wird Monotonie: Sophie Hunger (Hier am Blue Balls Festival in Luzern, 22. Juli 2011).

«Sie sind eine Künstlerin, die alle gut finden», sagte ihr «Die Zeit» im Direktkontakt. Moment: Nicht alle finden die Künstlerin gut. Es gibt noch ein paar, denen die dauernde Sensibilität auf die Nerven geht, mit der die Sängerin der Welt begegnet. Die sich mehr Humor wünschen und viel weniger Pathos in ihren Texten. Die schon den leidenden Blick kaum ertragen, mit dem sie aus den Plattenhüllen schaut. Hat das damit zu tun, dass Sophie Hunger, geborene Welti, keine korrekte Rock-’n’-Roll-Biografie durchlaufen hat? Als Schweizer Diplomatenkind vermag die Bernerin keine Sozialisierung in den Slums von Soweto oder Schwamendingen vorzuzeigen. Dafür kann sie aber nichts. Zudem wuchs auch John Graham Mellor auf diese ungünstige Weise auf, bevor er sich Joe Strummer nannte und The Clash anführte, die beste Punkband der Welt. Wer von oben kommt, kann es trotzdem zu etwas bringen.

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