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Soulige Souvenirs

Auf seinem ersten Album seit acht Jahren frönt Phil Collins dem Sound seiner Jugend. «Going Back» ist eine Hommage ans US-Plattenlabel Tamla-Motown und tönt fast so gut wie dessen Originale.

Phil Collins heute: Er kennt die hellen und dunkleren Seiten des Lebens, in seinen Songs fällt der singende Schlagzeuger emotional nie aus dem Takt.
Phil Collins heute: Er kennt die hellen und dunkleren Seiten des Lebens, in seinen Songs fällt der singende Schlagzeuger emotional nie aus dem Takt.
zvg/Norman Watson

«Ich verstehe, dass die Leute sich über eine Überdosis Phil Collins beklagen», gab Phil Collins einem britischen Musikblatt zu Protokoll, «mir selber ging es ja ähnlich. Ich war eine Nervensäge!» Tatsächlich: In den Achtzigern und Neunzigern dümpelten Collins’ eingemittete Balladen für den anonymen Mittelstand aus allen Kaufhauslautsprechern, sein etwas gepresster, unverwechselbarer Gesang bohrte sich gnadenlos in die Gehörgänge. Als Collins seinen vorzeitigen Ruhestand ankündigte, hielt sich die Enttäuschung darum in Grenzen. Das letzte Album unter eigenem Namen erschien vor acht Jahren, mit seiner Band Genesis absolvierte er eine «Abschiedstour», die auch im Berner Stade de Suisse haltmachte. Doch lange hielt es der passionierte Musiker und Weltklasse-Schlagzeuger nicht aus in seinem Refugium in der Westschweiz, wo er nach der Trennung von Gattin Orianne allein mit Hund Travis haust. Der 59-jährige beschloss, einen Abstecher in seine Londoner Jugend zu machen, als ihn Mod-Bands wie The Who und The Action mit dem «Sound of Young America» bekannt machten. Damals veröffentlichte Berry Gordy Jr. auf seinem Detroiter Label Tamla-Motown mit schöner Regelmässigkeit perfekt produzierte Singles, die mit ebenso schöner Regelmässigkeit die Spitzenplätze der Hitparade erklommen.

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