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Stolzer Amerikaner, stolzer Muslim

Brother Ali ist der politischste Rapper Amerikas. Sein neues Album liefert unbequeme Untertöne zum Präsidentschaftswahlkampf.

Ein übergewichtiger, fast blinder Albino aus dem Mittleren Westen, der rappt und sich zum Islam bekennt: Brother Ali mit US-Flagge.
Ein übergewichtiger, fast blinder Albino aus dem Mittleren Westen, der rappt und sich zum Islam bekennt: Brother Ali mit US-Flagge.

Ausgerechnet auf der amerikanischen Flagge kniet er! Ein Muslim-Rapper! In Gebetshaltung! Schon das Cover des neuen Brother-Ali-Albums «Mourning in America and Dreaming in Color» teilte das amerikanische Publikum in zwei Lager: diejenigen, die sich über die vermeintliche Entehrung der Flagge empörten und eine Verunglimpfung ihres Landes durch seine unchristlichen Feinde vermuteten. Und die in der progressiven Hip-Hop-Tradition verwurzelte Schar der Liberalen, Linken und Politaktivisten, für die der weisse muslimische Rapper einen der glaubwürdigsten Kritiker der gesellschaftlichen Verfehlungen Amerikas darstellt. «Viele glauben, dass es nicht zusammenpasst, ein stolzer Muslim und ein stolzer Amerikaner zu sein», sagt Brother Ali im Interview. «Aber das stimmt nicht. Ich kämpfe gegen dieses Denken an, das die Leute aufgrund vermeintlicher Identitäten auseinanderdividiert.»

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