Trauffer und Gölä geben ein gemeinsames Konzert

Herrgottsdonner, das wird ein Gaudi: Gölä und Trauffer haben sich zu den «Büetzer Buebe» zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie nächstes Jahr ein Konzert geben – das 48'000 Besucher anziehen soll.

Das Video zum ersten gemeinsamen Song von Trauffer und Gölä: Büetzer Buebe. <i>Video: Youtube/BuetzerBuebeVEVO</i>

Martin Burkhalter@M_R_Bu

Man muss es so hemdsärmelig sagen, wie es ist: Das wird eine «Herrgottsdonner Chiubi» werden am 22. August 2020, wenn die beiden wohl erfolgreichsten Mundartsänger des Landes gemeinsam ein Konzert geben.

Trauffer und Gölä haben sich unter dem Namen Büetzer Buebe zusammengetan, um mit der ganz grossen Kelle anzurichten: Nichts weniger als das Zürcher Letzigrundstadion, das 48'000 Zuschauern Platz bietet, wollen sie füllen.

So etwas hat noch kein Mundartmusiker und auch keine -musikerin je geschafft. Bei dem Beliebtheitsgrad, den die beiden geniessen, wird das – jetzt mal ganz mutig behauptet – wohl kein Problem sein. Der Vorverkauf für diese Sause sondergleichen beginnt bereits nächsten Montag.

Freilich wird es auch ein Album aus der Zusammenarbeit geben. Es kommt schon heuer, am 9. August, in die Läden. Die Release-Single dazu ist bereits erschienen – inklusive Video. Und sie zeigt, auf was sich die hiesige Bevölkerung so einstellen kann: auf Altbewährtes.

Auch die Reaktionen auf den ersten Song der Büetzer Buebe sind so, wie man das kennt: geteilt und verhärtet. Ein bisschen wie in der Politik. Das belegt eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis, vor allem aber ein Blick ins Internet, in die sozialen Medien und in die Kommentarspalten der Zeitungen. Offensichtlich ist: Niemand scheint sich nicht über diese Mundartmusik-Fusion des noch jungen Jahrtausends äussern zu wollen.

Die einen mokieren sich ein wenig über den Text. Andere finden den Song «erfrischend», «toll», gar «genial» und preisen vor allem die Zusammenarbeit der beiden als schlicht «hammergeil».

Geradezu empört zeigen sich aber auch etliche Leute über die Inszenierung der zwei – nennen wir sie Schwerverdiener – als Vertreter der echten Büetzer im Land. «Ich kanns nicht mehr hören! Büetzer!», ist da etwa zu lesen. Oder dass Göläs und Trauffers Solidarität so echt sei wie die Nähe der SVP zur Arbeiterschicht. Von Anbiederung ist die Rede, von einer PR-Masche und von schamloser Geld­maschinerie.

In all dem Lärm bringt es ein Kommentarschreiber auf den Punkt. Sinngemäss schreibt er: Wie verlogen das Büetzer-Buebe-Ding auch sein möge, ein Grossteil seiner Berner Gemeinde fühle sich von dem Lied wiedergegeben. Er finde das eigentlich ganz in Ordnung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Berner Zeitung

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