Zum Hauptinhalt springen

Selfies, Profilbilder und Büropflanzen

Die Hybridisierung in der zeitgenössischen Fotografie prägt die Ausgabe der 18. Bieler Fototage. Die Arbeiten zeigen den Zusammenstoss verschiedener Elemente, die Vermischung der Kulturen und die Fragmentierung des Individuums.

Ein Bild aus der Serie «Vertigo» des Fotografen Fabian Unternährer. Seine Arbeiten werden an den Bieler Fototagen zu sehen sein.
Ein Bild aus der Serie «Vertigo» des Fotografen Fabian Unternährer. Seine Arbeiten werden an den Bieler Fototagen zu sehen sein.
Stefan Anderegg

Bieler Fototage. Die ausgestellten Arbeiten zeigen den Zusammenstoss verschiedenartiger Elemente, die Vermischung der Kulturen und die Fragmentierung des Individuums.

Das Medium Fotografie sei dank seiner Flexibilität bestens geeignet für Vermischungen, finden die Organisatoren. «Diese Fähigkeit macht aus der Fotografie ein ideales Instrument, mit dem die Herausforderungen einer globalisierten Welt dargestellt werden können.»

So steht die Serie «China Western» von Carlos Spottorno sinnbildlich für eine durchmischte Welt, in der sich Kulturen, Gesellschaften und Religionen im Alltag überlagern. Die Bilder blicken hinter die Fassade von Xinjiang, der westlichsten Provinz Chinas, die an acht Länder grenzt.

«Büropflanze» von Saskia Groneberg illustriert eine ganz andere Art von Zusammentreffen, nämlich jenes von Natur und Büro. Es sind ja gerade die Pflanzen, denen die Büroangestellten die Aufgabe übertragen, die unpersönliche Arbeitswelt menschlicher zu gestalten.

Arbeitslose und Girls

Auch die Arbeitslosen von Eduardo Cebollero stehen nicht im Einklang mit ihrer Umgebung. Er zeigt ein Arbeitsvermittlungsbüro und dessen Umgebung in der japanischen Stadt Kamagasaki - öffentliche Plätze, die von Arbeitslosen bevölkert werden, die dort die Zeit totschlagen und die Plätze radikal verändern.

In einer Serie «Ich mit Girls» führt Romain Mader seine Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht fort, diesmal am Genfer Autosalon. Seine Selfies, auf denen er sich wie ein Eindringling ins Bild zu schmuggeln scheint, dienen als Beleg für seine mehr als flüchtigen Beziehungen.

Die virtuelle Welt macht auch vor der vereinheitlichten Darstellung des Individiuums nicht Halt. Einen Kontrapunkt setzt Eva-Maria Raab. Sie lud über 100 Personen ein, ihr ein Porträt zur Verfügung zu stellen. Aus jedem Foto erstellte sie eine persönliche Variante des symbolisierten Profilbilds, das von Facebook eingeblendet wird, wenn kein persönliches Foto hochgeladen wurde.

Rund 20 Serien sind an den diesjährigen Fototagen zu sehen. Die Ausstellungen finden über die gesamte Stadt verteilt statt - in klassischen Ausstellungsräumen, in umgenutzten, öffentlichen und auch in privaten Räumen. Die Fototage beginnen am Freitag und dauern bis 14. September.

SDA/tan

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch