Zum Hauptinhalt springen

Spannung und Schrecken

«Verbrechen lohnt sich» heisst der Titel der aktuellen Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich, die sich dem Kriminalfilm widmet.

Das Messer hoch erhoben: Serienmörder Norman Bates in Alfred Hitchcocks «Psycho».
Das Messer hoch erhoben: Serienmörder Norman Bates in Alfred Hitchcocks «Psycho».
Universal Studios
Humphrey Bogart in «The Maltese Falcon» von John Huston.
Humphrey Bogart in «The Maltese Falcon» von John Huston.
Warner Bros.
Die Gebrüder Coen mischten in «Fargo» Splatterelemente und schwarzen Humor zu einem spannenden Thriller.
Die Gebrüder Coen mischten in «Fargo» Splatterelemente und schwarzen Humor zu einem spannenden Thriller.
PolyGram
1 / 16

Im Film selber lohnt sich Verbrechen quasi nie, die Übeltäter werden in der Regel am Schluss überführt. Doch Ausnahmen bestimmen die Regel – das lässt sich in der am Donnerstag eröffneten Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung unter anderem in Erfahrung bringen. Ausschnitte aus 150 Filmen und TV-Serien zeigen die verschiedenen Arten des Kriminalfilms.

«Der Kriminalfilm ist eines der populärsten Genres überhaupt», sagte Andreas Janser, Kurator und «Kommissar» der Ausstellung, wie er sich selber bezeichnete, bei der Eröffnung. Das Museum ermittle in den nächsten Wochen im Milieu des Kriminalfilms. «Im Fokus steht dessen Entstehung, Machart und Ankündigung.»

Der Kriminalfilm spreche die menschliche Schaulust und Angstlust an und berühre so das bisweilen zwiespältige Verhältnis zum Bösen, sagte Janser. «Die klaren Erwartungen werden meistens erfüllt: Es gibt Verbrecher, Opfer und Ermittlerinnen und am Schluss ist die vorübergehend gestörte Ordnung wieder hergestellt.»

Plakate aus 100 Jahren Filmgeschichte

Den ersten Teil der Ausstellung eröffnen rund 100 Plakate, die mit charakteristischen Elementen des jeweiligen Films um das Publikum werben. Die gerahmten Bilder hängen im Raum wie ein mehrschichtiger Vorhang, durch den man hindurch gehen kann. Es sind Plakate aus den vergangenen hundert Jahren.

So hängt dort etwa das Originalplakat des Kriminalfilms «The Maltese Falcon» aus den 1940er-Jahren, daneben ein Plakat zur Ankündigung des gleichen Films – jedoch zehn Jahren später und in einem anderen Land. «Die verschiedenen Darstellungen lassen die Verschiebung der Einschätzung erkennen», sagte Kurator Janser.

Die Ausstellung vermittelt aber auch Einblicke in das Machen von Kriminalfilmen. Dafür wurde ein begehbares Kommissariat aus Szenenbild, Requisiten und technischen Geräten gebaut. Das Büro sieht aus wie echt, auf dem Nebentisch stehen noch gebrauchte Pizza-Kartons und halb ausgetrunkene Becher.

In einem anderen Raum kann der Besucher selber Teil eines Kriminalfilms werden. Mit Hilfe eines so genannten Greenscreen befindet er sich plötzlich mitten in einer Gegenüberstellung, ist selber Darsteller in einem Kurzfilm. Realisiert wurde diese interaktive Installation von der Zürcher Hochschule der Künste.

Gruselige und spannende Filmausschnitte

Einen grossen Teil der Ausstellung machen die Bildschirme mit Filmausschnitten aus insgesamt 150 amerikanischen und europäischen Filmen und TV-Serien aus. Sie stellen typische Motive des Kriminalfilms ins Zentrum wie etwa den Tatort, das Tatwerkzeug, eine Verfolgungsjagd oder aber auch die Kommissare selbst.

Auf anderen Bildschirmen werden anhand von Filmausschnitten gestalterische Mittel gezeigt, wie etwa das Spiel mit den Tönen. «Die Musik spielt oft eine entscheidende Rolle», sagte Kurator Janser. «Sie lässt Spannung oder Schrecken in einer Intensität erleben, welche das Bild alleine nicht hervorrufen könnte.

Schliesslich nimmt die Ausstellung auch die verschiedenen Subgenres des Kriminalfilms ins Visier. Bei Detektiv-, Polizei-, Gangster- oder Mafiafilm stehen die Personen im Zentrum, bei der Krimikomödie oder dem True-Crime-Film geht es mehr um die Planung und die Durchführung eines Verbrechens.

Der Kinderkrimi wird in der Ausstellung in einem eigenen Bereich gezeigt. Zu sehen sind dort etwa Ausschnitte aus drei verschiedenen «Emil und die Detektive«-Verfilmungen oder aus der amerikanischen Stummfilmkomödie «Sherlock Jr.» aus dem Jahr 1924. Einen besonderen Platz in der Ausstellung findet auch das Genre «Film Noir».

SDA/lmm

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch