Zum Hauptinhalt springen

Tanz um den Orchestergraben

Am Sonntag feiert im Stadttheater Monteverdis «L’Orfeo» Premiere. Erstmals kommt bei einer Opernproduktion nicht das Berner Symphonieorchester zum Zug – sondern die Camerata Bern.

Da geht was im Orchestergraben: Die Camerata Bern mit Dirigent Attilio Cremonesi bei den Proben zu Claudio Monteverdis Ur-Oper «L’Orfeo» im Berner Stadttheater.
Da geht was im Orchestergraben: Die Camerata Bern mit Dirigent Attilio Cremonesi bei den Proben zu Claudio Monteverdis Ur-Oper «L’Orfeo» im Berner Stadttheater.
Andreas Blatter

Wer darf in den Graben? Das war schon immer ein Kulturpolitikum – besonders in Bern. Jahrzehntelang galt als eisernes Gesetz, dass ausschliesslich das Berner Symphonieorchester reguläre Opernproduktionen im Stadttheater begleiten darf. Die Idée fixe war Ausdruck eines starren Systems, das zwei Institutionen existenziell verband: Das Berner Symphonieorchester (BSO) absolvierte einen Grossteil seiner Dienste «drüben» im Theater und erhielt dafür Millionen. Aber man mochte sich nicht besonders. Latente Spannungen, mitunter offen ausgetragen, waren Teil des Systems, das die Qualität im Musiktheater kaum beförderte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.