Räuber an langen Fäden

Unterseen

Erstmals führte die Marionettenbühne Wengen das Märchen «Die Bremer Stadtmusikanten» der Gebrüder Grimm im Stadtkeller auf.

Im Räuberhaus machen es sich die Räuber bei Bier, Poulet und Käse gemütlich.

Im Räuberhaus machen es sich die Räuber bei Bier, Poulet und Käse gemütlich.

(Bild: Monika Hartig)

«Passed guet uf und heit viel Fröid!», wünschte Therese Baumann den vielen Kindern, die am Sonntag mit den Eltern oder Grosseltern zu Gast im voll besetzten Stadtkeller Unterseen waren. Mit Spannung wurde die Erstaufführung des Märchens «Die Bremer Stadtmusikanten» der Gebrüder Grimm erwartet. Seit Ostern hatte das Ensemble der Marionettenbühne Wengen neue Bühnenbilder und Puppen gebastelt, hübsche Kostüme genäht, das Drehbuch geschrieben und fleissig geprobt.

Bei Kerzenlicht und Leierklängen von Erzähler Martin Niedermann öffnete sich der Vorhang auf einen Hof. Dort liegt ein erschöpfter Esel am Boden und klagt: «So manches Jahr habe ich schwere Säcke für den Müller geschleppt – jetzt bin ich alt und kann nicht mehr.» Um nicht beim Metzger zu landen, rappelt sich das müde Tier auf und flieht, wobei es unterwegs Singen übt: «I aa, i aa» Bald bekommt der Esel Gesellschaft von einem alten Jagdhund, der keinem Wildsäuli mehr nachrennen mag.

Unterwegs nach Bremen schliessen sich noch weitere Tiere an: So etwa eine betagte Katze, die keine Mäuse mehr erwischt, und ein Hahn, der das Wetter nicht mehr ansagen kann und deshalb im Kochtopf landen soll. Die ausgedienten Tiere fliehen vor dem sicheren Tod und wollen gemeinsam Nachtmusik machen, um in der Stadt Bremen zu überleben. Unterwegs gelangt das Quartett jedoch im Wald zu einem Haus voller böser Räuber. Gemeinsam schmieden die Tiere einen Plan, wie sie die Räuber erschrecken und vertreiben könnten.

Mit vielen «Ahs» und «Ohs» lebten die zahlreichen Kinder die einstündige Geschichte mit und liessen sich von der märchenhaften Atmosphäre verzaubern. Für die tolle Leistung des Erzählers, der vier Puppenspielerinnen und -spieler wie auch des Beleuchters spendete dann Gross und Klein begeisterten Applaus.

Berner Zeitung

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