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Breiviks Bühnen

Am Freitag bei der Urteilsverkündung hat Anders Breivik seine vorerst letzte juristische Bühne. Theaterleute stellen ihn weiter ins Rampenlicht, auch der Schweizer Milo Rau.

«Terror ist Theater» – sagt der norwegische Amokläufer Anders Behring Breivik. Dass dabei Blut in echt fliesst, berührt ihn nicht, die Toten interessieren ihn nicht, sein Ziel ist ein Publikum, das in Angst und Schrecken weiterlebt.

Diese menschenverachtende Dramen-Logik des Attentats hat Terrorismusexperte Brian Jenkins bereits 1974 in der Studie «International Terrorism» dargestellt, und seine viel zitierte Formulierung «Terrorism is theatre» prägt die Diskussion bis heute. Die Opfer seien ein Kollateralschaden, heisst es etwa in Bruce Schneiers «What the Terrorists Want». Attentat und Amoklauf mögen sich unterscheiden, in ihrem theatral verstandenen Impetus auf ein Millionenpublikum hin sind sie gleich - und darum ist es laut einigen Experten falsch, dem Terror eine Bühne zu geben. Trotzdem scheuen sich Theaterleute nicht, Breivik ins Rampenlicht zu stellen.

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