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Kein Himmel überm Kaukasus

Elfriede Jelinek hat «Über Tiere», ein Stück über Frauenliebe und Frauenhandel, für Zürich extra ergänzt. Im Schiffbau ist das Ganze trotzdem noch nicht so recht angekommen.

Bitterer Abgesang auf das grosse Gefühl: Isabelle Menke im Hochzeitskleid.
Bitterer Abgesang auf das grosse Gefühl: Isabelle Menke im Hochzeitskleid.
Doris Fanconi

Grausame Einsamkeit in grau gezackter Ödnis: So sah die Hölle von Prometheus aus. Und so sieht auch die Hölle von den Jelinek-Huren aus; auf zerklüfteten Felsen in kaukasischer Kälte winden sich leidende Leiber, die täglich gefressen werden und immerzu nachwachsen wie der von Prometheus.

Zumindest dann, wenn die 40-jährige Regisseurin Tina Lanik zusammen mit Bühnenbildner Stefan Hageneier die österreichische Nobelpreisträgerin beim Wort nimmt. Aus der Schiffbaubox ragte am Samstag nämlich eine karge Gipfelwelt in den Bühnenhimmel und erzählte – von den Niederungen der Liebe. Diese vornehmlich von Osteuropäerinnen bevölkerten Niederungen haben ihre eigene Klimax, ganz ohne falsches Gestöhn: Was da echt gut kommt, ist das Klingen der Münze beziehungsweise das Rascheln der Note; und Elfriede Jelinek betrachtet die sogenannten Verrichtungsboxen nicht als entscheidende Verbesserung für Frauen, die ihre Haut zu Markte tragen (müssen).

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