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Nabelschau der Migrantenkinder

Das Theater hat das Thema Einwanderung lang verschlafen. Dann wurden alle hellwach und schauen nun auf das Gorki-Theater.

Auf dem russischen Landgut leben die Kulturen wild durcheinander: Szene aus Nurkan Erpulats «Kirschgarten»-Inszenierung am Gorki-Theater.
Auf dem russischen Landgut leben die Kulturen wild durcheinander: Szene aus Nurkan Erpulats «Kirschgarten»-Inszenierung am Gorki-Theater.
Maxim Gorki Theater

Bei der Kleinen Eiszeit hielten Grönlands Wikinger im 14. Jahrhundert am Ackerbau fest, bis nichts mehr wuchs. Auf die Idee, Fisch zu essen, kamen sie nicht. Und verhungerten. Bedrohte Gesellschaften machen das oft: Statt die Strategie zu ändern, beschleunigen sie die bisherige. Auch das deutschsprachige Theater verhält sich ähnlich. Zwei Entwicklungen bedrohen es: Zum einen bröckelt der Konsens, wie viel eine Subventionskultur kosten darf. Weil der Konsument nur noch bezahlen will, was ihn selbst interessiert. Das ist eine Folge der Digitalisierung und ihrer personalisierten Angebote. Zum andern spricht die Hälfte der Kinder in den Städten zu Hause kein Deutsch. Das ist eine Folge der Globalisierung. Und wie reagiert das Sprechtheater darauf? Mit mehr Premieren und mehr Rahmen­programm, aber mit weniger Geld.

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