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Salle Modulable gibt sich siegessicher

Die Stiftung Salle Modulable, die in Luzern ein neues Musiktheaterhaus bauen will, kämpft juristisch um die 114,25 Millionen Franken, die ihr zugesichert worden waren.

Sie beschreitet deshalb gegen den auf den Bermudas ansässigen Butterfield Trust den Rechtsweg. Die Stiftung Salle Modulable habe am Donnerstag beim Friedensrichteramt Luzern ein Gesuch für Schlichtungsverhandlungen gestellt, sagte Präsident Hubert Achermann am Freitag den Medien. Die Chancen der Stiftung bezeichnete er als gut. Über die mögliche Dauer des Verfahrens wollte Achermann nicht spekulieren.

Die Idee für ein modular aufgebautes, flexibel bespielbares Musiktheaterhaus war im Umfeld des Lucerne Festivals entstanden. Der bei Luzern lebende deutsche Milliardär Christof Engelhorn hatte für das Vorhaben 120 Millionen Franken zugesichert. Das Geld befindet sich in einem Trust auf Bermuda, der durch Butterfield verwaltet wird. 2008 überwies Butterfield für die Projektierung 5,75 Millionen Franken. Nachdem Engelhorn im August 2010 gestorben war, zog sich Butterfield vom Projekt zurück.

Butterfield begründete dies mit Unsicherheiten bezüglich der Kosten und des Standorts. Für Achermann sind dies «vorgeschobene Gründe für einen willkürlichen Entscheid». Das Verhalten Butterfields entspreche nicht dem Willen Engelhorns, sagte er.

Betriebskonzept vorhanden

Die Stiftung ist überzeugt, alle vom Geldgeber gemachten Bedingungen zu erfüllen. Tatsächlich legte sie im Dezember 2010 ein Machbarkeits- und Betriebskonzept für den Standort Lido vor. Die Investitionskosten wurden auf 157 Millionen Franken beziffert, neben den 120 Millionen sind auch Beiträge von Luzerner Kulturinstitutionen eingerechnet. Der Fehlbetrag im Betrieb von 3,1 Millionen würde von der öffentlichen Hand gedeckt.

Butterfield habe sein Engagement in mehreren Schreiben und mit der Zahlung der 5,75 Millionen für die Projektierung bestätigt, sagte Achermann. Für ihn ist es unverständlich, dass der Trust an der durch ihn finanzierten Machbarkeitsstudie nicht interessiert sei. Der Entscheid, juristisch die restlichen 114,25 Millionen Franken einzufordern, kommt nicht überraschend, wurde aber erst nach reiflichen Überlegungen gefällt und nachdem der Versuch einer gütlichen Einigung fehlgeschlagen war.

Trust bleibt hart

Der Trust bestätigte am Freitag, er komme nicht auf seinen Rückzugsentscheid zurück. Es gebe keine Verpflichtung zur finanziellen Unterstützung der Salle Modulable und somit keine Grundlage für die eingeleiteten rechtlichen Schritte. Obwohl unsicher ist, ob und wann die Stiftung das Geld erhält, wird an der «Vision» Salle Modulable weitergearbeitet. Das Vorhaben, in das etwa auch das Luzerner Theater eingebunden ist, sei für Luzern von grosser Bedeutung, sagte Michael Haefliger, Intendant von Lucerne Festival.

Achermann sagte, die Stiftung sei es der Stadt und Engelhorn schuldig, für die Idee zu kämpfen. Ein erfolgreicher Ausgang des Verfahrens sei auch zu einem späteren Zeitpunkt für die Luzerner Kultur nützlich. Scheitert die Stiftung Salle Modulable, will sie offenbar das Geld anderweitig auftreiben, wie Achermann an der Medienorientierung antönte. Vorderhand ist sie aber gegenüber Butterfield zu keinen Konzessionen bereit.

SDA/dj

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