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Kunz beendet die Karriere

Zehn Jahre nach seinem ersten Sieg an den Paralympics beendet Christoph Kunz seine Monoski-Karriere. Der 37-Jährige aus Reichenbach sucht nun einen Job.

Christoph Kunz ist einer der erfolgreichsten Schweizer Winter-Behindertensportler.
Christoph Kunz ist einer der erfolgreichsten Schweizer Winter-Behindertensportler.
Foto: Marcus Hartmann

«Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um dieses schöne Kapitel abzuschliessen.» Mit diesen Worten erklärt Christoph Kunz seinen Rücktritt als Behindertensportler. 2010 hat der Berner Oberländer an den Paralympics in Vancouver mit der Goldmedaille in der Abfahrt seinen «grössten und emotionalsten Sieg» erlebt. In Kanada gewann er auch noch Silber im Riesenslalom. 2014 folgte an den Winterspielen in Sotschi Gold im Riesenslalom. An den Paralympics 2018 in Südkorea zog sich Kunz bei einem Sturz im Super-G eine schwere Mittelfussverletzung mit dreifacher Fraktur zu.

Der Schweizer Behindertensportler des Jahres 2010 war 2017 im Super-G auch erstmals Weltmeister geworden. Insgesamt feierte Kunz 15 Weltcupsiege und gewann dreimal den Gesamtweltcup im Riesenslalom. Nun hat der Oberländer eine Woche vor seinem 38. Geburtstag und genau zehn Jahre nach dem Abfahrtsgold in Vancouver seine Monoski-Karriere als Profisportler für beendet erklärt. «Ich bin auf der Suche nach einer Anstellung», teilt Kunz mit und hält fest, dass er mit dem Handbike sportlich aktiv bleiben werde. Kunz ist seit einem Motorradunfall 2010 querschnittgelähmt.

Familie ausschlaggebend

Kunz begründet seinen Rücktritt vor allem mit familiären Gründen. Der Vater von vier Kindern sagt: «Ich will nicht mehr so oft von der Familie getrennt sein. Bisher musste ich bereits im Herbst weg, um auf dem Gletscher zu trainieren.» Der Routinier verweist auch auf das Alter. «Mit bald 38 Jahren war immer klar, dass dieser Entscheid ansteht.»

Kunz hat diesen Winter, in dem keine Weltmeisterschaften anstanden, schon vorher als Zwischensaison betrachtet. «Ich wollte schauen, ob ich nochmals bereit bin, zwei weitere Jahre bis zu den Paralympics 2022 in Peking anzuhängen. Aber der Aufwand dafür war mir letztlich zu gross.» Ebenfalls einen Einfluss auf den Entscheid hatte ein Sturz im Januar an einem Weltcuprennen im Wallis. «Da habe ich gemerkt, dass ich in den Rennen das notwendige Risiko nicht mehr eingehen will.»