So pendeln die Schweizer

In der Schweiz gibt es 3,7 Millionen Pendler. Diese nutzen am meisten das Auto für den Arbeitsweg. Das Velo kommt nur in einer Sprachregion rege zum Einsatz. Und: Als typischster Arbeitskanton gilt Basel-Stadt.

2011 waren 9 von 10 Erwerbstätigen in der Schweiz Arbeitspendler, also Personen, die ihr Wohngebäude für die Arbeit verlassen. Dies entspricht rund 3,7 Millionen Menschen. Fast ein Viertel der durchschnittlich 36,7 Kilometer, welche jeder Einwohner der Schweiz täglich im Inland zurücklegte, wurde für Arbeitswege aufgewendet.

Durchschnittlich legten die Arbeitspendler pro Arbeitsweg 14,2 Kilometer zurück – ungefähr 10 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.

Der Zeitbedarf pro Arbeitsweg lag 2011 im Mittel bei 30 Minuten (ein Hinweg). Verglichen mit dem im Jahr 2000 ermittelten Wert entspricht dies einer Zunahme von rund 7 Minuten oder fast einem Drittel.

Das meistbenutzte Verkehrsmittel für den Arbeitsweg ist das Auto (53 Prozent). Der Anteil der Eisenbahn an den Hauptverkehrsmitteln lag bei 16 Prozent. Verglichen mit dem Jahr 2000 entspricht dies einer deutlichen Zunahme um 5 Prozentpunkte. Absolut betrachtet ist die Anzahl der Bahnpendler zwischen 1990 und 2011 von 327’000 auf 577’000 Personen gestiegen.

Besonders beliebt ist der Zug bei Langstreckenpendlern mit Arbeitswegen von mehr als 50 Kilometern: In dieser Gruppe kommt er auf einen Anteil an den Hauptverkehrsmitteln von 55 Prozent.

Beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Verkehrsmittelwahl existieren auch zwischen den verschiedenen Sprachregionen. In der italienischsprachigen Schweiz benutzten 2011 67 Prozent der Arbeitspendler das Auto als Hauptverkehrsmittel. In den französischsprachigen Landesteilen (56 Prozent) und in der Deutschschweiz (51 Prozent) waren es deutlich weniger.

Sozusagen eine Deutschschweizer Domäne stellt das Velo dar: Sein Anteil an den Hauptverkehrsmitteln war dort 2011 mehr als doppelt so hoch (8 Prozent) wie in der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz (je 3 Prozent). Die sprachregionalen Unterschiede in der Verkehrsmittelwahl könnten zum Teil kulturelle Gründe haben, sind aber auch das Resultat verschiedenartiger Siedlungsstrukturen und Verkehrsangebote.

Immer mehr Menschen arbeiten in einem anderen Kanton als demjenigen, in dem sie wohnen. Der Anteil der Wegpendler an den Erwerbstätigen hat zwischen 2000 und 2011 in beinahe allen Kantonen zugenommen. Dabei verlaufen die grösseren Ströme in der Regel zwischen Nachbarkantonen. Besonders viele Personen pendeln vom Kanton Aargau in den Kanton Zürich (52'000 Personen täglich) sowie vom Kanton Basel-Landschaft in den Kanton Basel-Stadt (43'000).

Zwischen den Jahren 2000 und 2011 haben sich die interkantonalen Pendlerströme mit mehr als 5000 Pendlern ausnahmslos vergrössert. Die grössten prozentualen Zuwächse verzeichneten die Ströme, die von Zürich nach Schwyz sowie von Zürich nach Zug führen.

Als typischster Arbeitskanton gilt der Kanton Basel-Stadt. Er verfügte 2011 mit plus 52 Prozent über den positivsten relativen Pendlersaldo (Anteil der Zupendelnden minus der Wegpendelnden an den im Kanton wohnhaften Erwerbstätigen). Markant positiv sind die relativen Pendlersaldi auch in Zug (+35 Prozent), Zürich und Genf (je +12 Prozent).

bru

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