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Halbnackt im Tränengasnebel

Im kanadischen Montreal demonstrieren Studenten gegen höhere Studiengebühren. Die Transparente tragen sie gleich am eigenen Körper. Die Polizei setzte Schockgranaten ein.

Halbnackt gegen hohe Studiengebühren: Studenten in Montreal. (7. Juni 2012)
Halbnackt gegen hohe Studiengebühren: Studenten in Montreal. (7. Juni 2012)
AFP
Haben den Zeitpunkt für ihren Protest bewusst gewählt: Bemalte Studenten. (7. Juni 2012)
Haben den Zeitpunkt für ihren Protest bewusst gewählt: Bemalte Studenten. (7. Juni 2012)
AFP
Gebühren runter – Hosen runter. (7. Juni 2012)
Gebühren runter – Hosen runter. (7. Juni 2012)
AFP
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Kurz vor dem Formel-1-Rennen in Montreal sind in der kanadischen Stadt erneut Tausende Studenten gegen höhere Studiengebühren auf die Strasse gegangen. Die Polizei setzte gestern Abend Schockgranaten und Tränengas ein, um die Demonstranten daran zu hindern, zu der Rennstrecke für den Grossen Preis von Kanada zu gelangen.

Nach Polizeiangaben wurden fast 40 Menschen festgenommen. Die Studenten waren zuvor nur mit Unterwäsche bekleidet durch die Strassen gezogen und hatten mit Kochtöpfen und Pfannen lautstark auf sich aufmerksam gemacht.

Ticketverkauf verläuft harzig

«Mit unserer Nacktheit bringen wir unsere Forderung nach mehr Transparenz zum Ausdruck», sagte ein Demonstrant, der bis auf eine graue Baumwollunterhose nackt war. Die Studenten werfen der Provinzregierung vor, das Formel-1-Rennen zu unterstützen, während sie von den Studenten höhere Studiengebühren verlangt.

Die Proteste in der mehrheitlich französischsprachigen Provinz Québec halten bereits seit Monaten an und richten sich gegen höhere Studiengebühren und ein kürzlich erlassenes Gesetz, welches das Demonstrationsrecht einschränkt. Weil es am Rande der Proteste schon mehrfach zu Ausschreitungen kam, verläuft der Ticket-Verkauf für das Formel-1-Rennen am Sonntag in diesem Jahr schleppend.

Entgegenkommen der Regierung

Québecs Premierminister Jean Charest kritisierte den Versuch der Studenten, von der weltweiten Aufmerksamkeit für Formel-1-Rennen zu profitieren. Ein Angriff auf den Grand Prix sei kein Angriff gegen die Regierung, «sondern alle Menschen in Québec».

In der vergangenen Woche hatten die Studenten ein Angebot seiner Regierung abgelehnt, die geplante Gebührenerhöhung um 35 kanadische Dollar pro Jahr zu senken. Damit würden die Studiengebühren in den kommenden sieben Jahren nicht um 1778 Dollar, sondern um 1533 Dollar steigen.

AFP/rbi

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