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Mama, meine Lehrerin

Von wegen Hippies und konservative Christen: Zwei Millionen Kinder werden in den USA daheim unterrichtet – sie gehören zu gut angepassten Familien. Das Vertrauen in die Volksschule schwindet.

Miles mit seiner Mutter beim Schulunterricht auf dem Sofa. «Das amerikanische Schulsystem ist zu eng, es ist zu versessen auf Prüfungsergebnisse», sagt Farrar Williams.
Miles mit seiner Mutter beim Schulunterricht auf dem Sofa. «Das amerikanische Schulsystem ist zu eng, es ist zu versessen auf Prüfungsergebnisse», sagt Farrar Williams.

Porter hat sich für die Äpfel in der Fruchtschale entschieden. Er stellt einen nach dem andern auf die Küchenwaage und trägt den Wägewert von Hand in eine Tabelle ein. Dann wird das mittlere Apfel­gewicht im Hause Williams berechnet. Der Junge arbeitet still und konzentriert. Triff eine Auswahl und ermittle den Durchschnitt, lautete die Aufgabe. Zwillingsbruder Miles sucht derweil immer noch nach etwas Messbarem: Er rennt barfuss durchs Wohnzimmer, zieht Schubladen heraus, kramt in Regalen. Dann kommt ihm eine Idee, so originell wie kompliziert: «Kann ich den durchschnittlichen Stromverbrauch meines iPads messen?» Seine Mutter, die Lehrerin, zieht die Brauen hoch. «Und wie würdest du vorgehen?» Miles denkt nach. «Bei der Stadt anrufen und nach den Volts fragen?» Seine Mutter lässt ihn machen. Vor dem Mittagessen werde er das nicht schaffen, sagt sie, aber er könne ja mal eine Versuchsanordnung entwerfen, schriftlich. Und danach bitte in der Küche das Wasser für die Nudeln aufsetzen.

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