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Der Körper verlangt nach Gift

Schrubben, peelen, zupfen, schmoren – eine authentische Ayurvedakur im indischen Kerala besteht längst nicht nur aus angenehmen Stirngüssen. Sie ist vielmehr drei Wochen harte Arbeit am rebellischen Körper. Ein Tagebuch.

Wird harmloser angepriesen, als sie ist: Die Ayurveda-Kur im indischen Kerala.
Wird harmloser angepriesen, als sie ist: Die Ayurveda-Kur im indischen Kerala.
PD / Kerala Tourism

Tag 1

Dieser Tag war ganz offensichtlich nur Lockmittel. Ersonnen, damit sich überhaupt jemand auf die Kur einlässt. Die Massage begann sitzend. Zwei Hände gossen Öl auf den Scheitel und massierten Kopfhaut und Nacken. Dann strichen vier Hände mit festem Druck den auf einem Holzschragen liegenden Körper mit Öl aus. Erst von den Schultern zu den Händen, auf und ab, auf und wieder ab zu den Händen. Die Körper der beiden grazilen Frauen wiegten mit, das Schleifen auf der öligen Haut war die Musik. Dann weiter von den Schultern zu den Hüften, auf und ab, und von den Hüften hinab zu den Füssen. Dann wurde es kurz still: Die vier Hände zupften an den Zehen, sie zupften, bis es knackste. Die kleinste Zehe gab kaum hörbar den Schlusston der Ouvertüre.

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