Eine Revolution in der Speisewarmhaltung

Das Zürcher Start-up Gastros hat eine neue Methode entwickelt, mit der Gastronomiebetriebe ihre Speisen warm halten können.

Warme Speisen dank Induktion.

Warme Speisen dank Induktion.

(Bild: zvg)

Mirjam Comtesse

Die Idee kam ihm mit 16 Jahren: Timo Hafner, der später in St.Gallen Betriebswirtschaft studierte, verbrannte sich in den Ferien am Frühstücksbuffet die Finger. Grund dafür war einer der Metallbehälter, in denen Gastronomiebetriebe traditionell ihre Speisen warm halten. Dabei erhitzen Brennpasten ein Wasserbad, und dadurch wird auch die Metallbox heiss.

Hafner nahm gerade im Physikunterricht das Thema Induktion durch. Er fragte sich, wieso man nicht diese Art der Erwärmung in Verbindung mit weniger stark leitendem Porzellan verwenden könnte. Die Antwort ist einfach: Porzellan zerspringt, wenn es zu schnell und zu wenig gleichmässig erhitzt wird.

Doch Hafner gab nicht auf und tüftelte jahrelang an einer Lösung. Dabei stand ihm der Thurgauer Maschinenbauingenieur Rolf Weigele zur Seite. Schliesslich gelang es ihnen, eine magnetische Folie zu entwickeln, die man in den Boden der Porzellangefässe einbrennt. Sie ermöglicht den Induktionseffekt und schützt die Schüssel gleichzeitig vor dem Zerspringen.

Um die Innovation zu vermarkten, wurde 2010 das Start-up Gastros gegründet. Inzwischen bietet es ein komplettes Speisewarmhaltesystem an. Dieses verfügt über mehrere Vorteile gegenüber den bisherigen Methoden:

Die Warmhaltezonen schalten sich automatisch ab, wenn man die Gefässe von der Fläche nimmt, sie benötigen weniger Energie, und die Heiztemperatur passt sich automatisch an die gewünschte Speisewärme an. So bleibt das Rührei schön warm, während der Fisch nicht austrocknet.

Das System ist bei zahlreichen Hotelketten und Restaurants im Einsatz. Gastros operiert nach eigenen Angaben in über 25 Ländern. In Singapur wurde eine Niederlassung für den asiatischen Raum eröffnet. Als Nächstes wolle man in den arabischen Markt einsteigen.

http://gastros.ch/de/videos.htmlQuelle: www.gastros.ch

Jeden Samstag stellen wir die Idee eines Schweizer Start-ups vor.

Berner Zeitung

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