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Oh, stille meinen Hunger fröhlich

Statt Socken für die Oma findet man am Weihnachtsmarkt beim Bellevue Süsskartoffelchips, Nomadensuppe, Quinoa und Crispy Strudel.

Kalorien loswerden auf der Eisbahn? Der Weihnachtsmarkt am Bellevue in Zürich.
Kalorien loswerden auf der Eisbahn? Der Weihnachtsmarkt am Bellevue in Zürich.
Keystone

Ein Ort mit Gaststätten, Handwerk, Vergnügen für Jung und Alt, mit Musik und theatralischem Schaffen – dies alles soll das Zürcher Weihnachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz sein. So steht es in der Eventzeitung, gesponsert von UBS, Coca-Cola und Ikea. Da wird es einem gleich warm ums Herz. Man packt die Kinder und macht sich auf zu einem Bummel durch die rund 100 Hüttchen, die da vor dem Opernhaus aufgebaut worden sind. Auf der Suche nach Wollsocken für die Grossmutter, nach einer Holzkuh für den Schwiegervater, nach einem Kissenbezug für die liebe Nachbarin.

Nun ja, es hat tatsächlich den einen oder anderen Stand, an dem liebevolles Kunsthandwerk angeboten wird. Doch in erster Linie trifft der Besucher auf all das, was man Neudeutsch als «Food» bezeichnet: von Austern bis zum «zupfte Burger». Wäre der Hunger nur genug gross, könnte man mit Süsskartoffelchips, Salsiz und einer Nomadensuppe aus Tibet starten, dann zu Quinoa mit Poulet-Chili, Risotto im Weckglas und Rösti übergehen. Fürs Dessertgelage sind Brownies, Crispy Strudel, Donuts und Kaiserschmarrn im Angebot. Oder wie wärs mit Hammer, Sichel und Schraubenzieher aus Schokolade?

Kann man vegane Seifen essen?

Da dreht es bald im Magen, pardon, im Kopf. Und fast bekommt man das Gefühl, dass auch die lebendigen Lämmer und der graue Esel, die vor einer solchen Holzhütte im Stroh sitzen, bald schon verwurstet und aufgegessen werden. Oder dass das Schlittschuhfeld, das auch dazugehört, einzig dazu da ist, um überschüssige Kalorien loszuwerden. Frage nebenbei: Kann man vegane Seifen von Seifenfritz eigentlich essen?

Wissen Sie noch, wie vor ein paar Jahren gern diskutiert wurde, ob Weihnachten zu kommerziell geworden sei? Man wünschte sich, zur besinnlichen Zeit ginge es wie damals wieder einzig um Präsente und ums Shoppen. Anstatt um Raclette, gefüllte Biberfladen und literweise Glühwein.

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