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Der Punk von Burma

Kyaw Kyaw lebt in Rangun und hat sich früher vor allem um seine roten Haare gekümmert. Heute rebelliert er gegen die Politik in seiner Heimat.

Lauter Protest: Kyaw Kyaw, Sänger und Songwriter der burmesischen Punkband Rebel Riot, probt in einem Studio.
Lauter Protest: Kyaw Kyaw, Sänger und Songwriter der burmesischen Punkband Rebel Riot, probt in einem Studio.
Sandra Hoyn
Ungewohnter Anblick: Kyaw Kyaw und seine Freunde sitzen am Strassenrand. «Die Leute starren uns ständig an, sie wissen nicht, was Punk bedeutet, und denken, wir seien verrückt oder nähmen Drogen.»
Ungewohnter Anblick: Kyaw Kyaw und seine Freunde sitzen am Strassenrand. «Die Leute starren uns ständig an, sie wissen nicht, was Punk bedeutet, und denken, wir seien verrückt oder nähmen Drogen.»
Sandra Hoyn
Traum vom besseren Leben: «Die Menschen haben zwei Augen, aber benutzen nur eins», sagt er. «Ich weiss, dass ich nicht die Welt verändern kann, aber ich kann versuchen, die Leute wachzurütteln.»www.sandrahoyn.de
Traum vom besseren Leben: «Die Menschen haben zwei Augen, aber benutzen nur eins», sagt er. «Ich weiss, dass ich nicht die Welt verändern kann, aber ich kann versuchen, die Leute wachzurütteln.»www.sandrahoyn.de
Sandra Hoyn
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Kyaw Kyaw hockt allein mit nacktem Oberkörper auf dem Fussboden. Er teilt sich die Wohnung mit Zarni (20) und Oakar (23). Die Wände haben sie mit tanzenden Punkern und Schimpfwörtern bemalt. Davor liegen Bastmatten, auf denen seine beiden Freunde schlafen. Kyaw Kyaw hat eine eigene Koje, die mit Sperrholzwänden abgetrennt ist. Er ist Sänger und Songwriter der Punkband Rebel Riot, die er 2007 gründete. In den Songs und im Internet drückt er offen seine Wut über Burmas Gesellschaft aus. Über seinen Laptop gebeugt liest er auf Facebook rassistische Hassparolen des burmesischen Mönchs Ashin Wirathu. Wütend zupft er an seinen rot gefärbten Haaren. «Die Menschen haben zwei Augen, aber sie benutzen nur eins. Das sind keine Mönche, das sind Faschisten!», teilt er seinen Freunden auf Facebook mit. Eine radikale Bewegung buddhistischer Mönche in Burma terrorisiert die muslimische Minderheit, Kyaw Kyaw will das nicht hinnehmen. «Ich kann nicht die Welt oder Burma verändern, aber ich kann zumindest die Menschen um mich herum wachrütteln», sagt er.

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