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Die heuchlerischen Macher vom Silicon Valley

Das Tech-Tal arbeitet an einer besseren Welt. Doch es mangelt an Mitgefühl gegenüber Bedürftigen der Umgebung.

In Nachbarschaft zur Geldmaschine: Eine Frau räumt ihre Habseligkeiten zusammen, bevor Behörden den Park The Jungle unweit vom Silicon Valley räumen.
In Nachbarschaft zur Geldmaschine: Eine Frau räumt ihre Habseligkeiten zusammen, bevor Behörden den Park The Jungle unweit vom Silicon Valley räumen.
Reuters

Im Silicon Valley sieht man sich gerne als Weltverbesserer. Dass es den Machern häufig im Alltag an Mitgefühl fehlt, thematisiert Nick Bilton in seiner Kolumne für die «New York Times».

Bilton nennt Greg Gopman, Gründer eines Start-ups, der sich auf Facebook beschwerte: «Warum unsere Stadt von Verrückten, Obdachlosen, Drogendealern, Versagern überrannt wird und voller Abfall ist, weiss ich nicht.»

Dabei liegt das Silicon Valley nur knapp 20 Kilometer vom The Jungle genannten Obdachlosenpark in San Jose entfernt. Rund 350 Obdachlose hausten hier, bis er letztes Jahr auf Drängen der Anwohner geschlossen wurde. Nun verbringen einige von ihnen die Nacht in der Buslinie 22, die nach Palo Alto führt. Dort haben Tesla Motors, Hewlett-Packard und Skype ihren Firmensitz. Auch Facebook war bis vor einigen Jahren dort ansässig.

Paul K. Piff hat Experimente zum Thema Mitgefühl durchgeführt. Er ist Professor für Psychologie und Sozialverhalten an der Universität von Kalifornien. Das Ergebnis seiner Untersuchungen: Je mehr Geld Menschen haben, desto geringer wird die Empathie für andere und desto höher das Selbstinteresse. Damit erklärt Piff, dass es vielen Tech-Bossen im Silicon Valley an Mitgefühl mangelt.

Und das Silicon Valley schwimmt im Geld. Angestellte der grossen Tech-Unternehmen verdienten 2013 laut einer Erhebung im Schnitt gut 290'000 Dollar. Sogar Praktikanten steckten 75'000 Dollar ein. Wer nicht so viel verdient, kann trotzdem leben wie ein Reicher. Die grossen Unternehmen locken mit attraktiven Vergünstigungen, Gratisessen oder Reisen in der ersten Klasse.

Doch es gibt natürlich auch positive Beispiele von Gründern, die helfen und spenden. Der Unternehmer Greg Gopman gehört mittlerweile auch dazu. Für seinen Kommentar auf Facebook entschuldigte er sich. Nun setzt er sich für Bedürftige ein – mit einem Start-up, das Obdachlosen in San Francisco hilft.

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