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«Die Schweiz hat Vorbildcharakter»

Stimmt der Eindruck, dass sich das Schweizbild der Deutschen verdüstert hat? Nein, sagt «Zeit»-Chef Giovanni di Lorenzo.

Findet es erstaunlich, wie weit die Schweizer mit ihrer Langsamkeit gekommen sind: Giovanni di Lorenzo.
Findet es erstaunlich, wie weit die Schweizer mit ihrer Langsamkeit gekommen sind: Giovanni di Lorenzo.
Keystone

Lange war Deutschland der Schweiz wohlgesinnt. Man war dem Nachbarn dankbar für die Hilfe nach 1945. Doch heute macht die Schweiz vor allem als Fluchtburg für deutsche Steuerflüchtlinge Schlagzeilen. Aus Sympathie wurde Antipathie? In der Realität ist es doch so, dass deutlich mehr Schweizer mit Deutschen Probleme haben als umgekehrt. Der Grund ist einfach: Die Schweizer haben ziemlich viele Deutsche vor der Nase, und zwar buchstäblich. Knapp 300'000 Deutsche leben in der Schweiz. Das ist, gemessen an der Gesamtbevölkerung von acht Millionen, eine enorme Zahl. Die meisten Deutschen haben nichts gegen Schweizer, daran hat auch die Diskussion über den Ankauf von Steuerdaten-CDs und die Auseinandersetzung um das Steuerabkommen nichts geändert. Es gibt keine allgemeine Verärgerung. Was ich in Deutschland allerdings feststelle, ist eine Aggression, ein negatives Gefühl gegenüber den Reichen ...

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