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Ehe zum Schein kann teuer sein

Bei aller Liebe: In der Ehe geht es auch um Geld. Ein Thema, das häufig zu Streit führt. Dies hat die Hotline zum Eherecht bestätigt. Zudem gab es Fragen zu Unterhaltsforderungen, Bussen und Scheinehen.

Ich mache mich selbstständig. Mein Mann ist besorgt: Er hat eine Million Franken geerbt und fragt sich, ob wir eine Gütertrennung vornehmen sollten, damit das Vermögen nicht zur Begleichung von Geschäftsschulden herangezogen werden kann. Die Befürchtungen sind unbegründet. Mit dem geerbten Vermögen haftet Ihr Mann nicht für Ihre Schulden. Nur wenn Sie beim Notar einen Ehevertrag zur Gütergemeinschaft abgeschlossen haben, fällt die Erbschaft in die Geschäftsschulden.

Ich bin seit 1999 geschieden und lebe nun im Konkubinat: Werden mir die Unterhaltsansprüche gekürzt? Sofern sich die Verhältnisse erheblich und dauernd geändert haben, kann Ihr Mann beim Gericht eine Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge verlangen.

Mein Ehemann hat ein neues Auto gekauft, obwohl wir uns das nicht leisten können. Er kann es nicht bezahlen. Nun will der Garagist das Geld von mir. Muss ich zahlen? Nein, Sie müssen nicht. Ehepartner haben nach Gesetz nur dann gemeinsam für Schulden einzustehen, wenn es um notwendige Bedürfnisse der Familie geht. Wenn zum Beispiel der Ehemann mit den Kindern zum Arzt muss, kann dieser den Rechnungsbetrag auch bei der Ehefrau einfordern. Ein neues Auto scheint jedoch in Ihrem Fall keine Notwendigkeit zu sein, demnach haben Sie als Frau nicht dafür aufzukommen.

Ist eine Scheidung über das Internet möglich? Das Scheidungsverfahren kann nicht online durchgeführt werden. Die Parteien müssen immer noch persönlich vor dem Richter erscheinen.

Mein Mann hat mich betrogen. Ich habe ihn rausgeworfen. Die Scheidung steht bevor: Ich bestehe darauf, dass mein Mann in der Scheidungsvereinbarung als Schuldiger bezeichnet wird. Welches Vorgehen raten Sie mir? Seit Inkrafttreten des neuen Scheidungsrechts am 1.Januar 2000 spielt das Verschulden bei Scheidungen keine Rolle mehr. Das sprichwörtliche Waschen schmutziger Wäsche vor der Richterin ist passé. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrem Anliegen keine Chance haben.

Ich möchte einen Ausländer heiraten, damit er eine Aufenthaltsbewilligung erhält. Wir sind gute Freunde, mehr nicht. Nun habe ich doch Bedenken. Kann ich bestraft werden? Wer heiratet, ohne mit dem Partner eine Lebensgemeinschaft einzugehen, schliesst eine Scheinehe. Indizien dafür sind grosse Altersunterschiede, eine Heirat nach kurzer Bekanntschaft oder unmittelbar bevor ein Ausländer die Schweiz verlassen müsste. Gemäss Gesetz können Zivilstandsbeamte eine Ehe bei offensichtlichem Vorliegen einer Scheinehe verweigern. Wer absichtlich eine Scheinehe eingeht oder den Abschluss einer Scheinehe vermittelt, wird mit einer Freiheitsstrafe oder mit einer Busse von bis zu 20'000 Franken bestraft.

Wir haben vor fünfzig Jahren geheiratet und damals nichts Schriftliches vereinbart. Welchen Güterstand haben wir? Wie die grosse Mehrheit unterstehen Sie dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Alle Ehepaare, die nicht mit einem Ehevertrag eine Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft vereinbart haben, unterstehen automatisch der Errungenschaftsbeteiligung.

Wir haben unsere Partnerschaft eintragen lassen. Wie lautet nun eigentlich unser Zivilstand? Der Personenstand lautet: «Eingetragene Partnerschaft».

Wie können wir eine eingetragene Partnerschaft auflösen? Genau gleich wie eine Scheidung: durch ein gemeinsames Begehren. Verlangen beide Partnerinnen oder beide Partner gemeinsam die Auflösung der eingetragenen Partnerschaft, so prüft das Gericht, ob das Begehren auf freiem Willen und reiflicher Überlegung beruht und ob eine Vereinbarung über die Auflösung genehmigt werden kann.

Welchen Namen führe ich nach der Ehe? Nach gerichtlicher Auflösung der Ehe führen die geschiedenen Ehegatten von Gesetzes wegen weiterhin den Namen, den sie während der Ehe hatten. Wenn Sie den angestammten Namen oder den Namen, den Sie vor der geschiedenen Ehe geführt haben, wieder annehmen wollen, müssen Sie innerhalb eines Jahres, nachdem das Gerichtsurteil rechtskräftig geworden ist, auf einem beliebigen Zivilstandsamt der Schweiz persönlich eine Namenserklärung abgeben.

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