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Eigenlob gehört dazu

Im Bewerbungsgespräch prüfen Arbeitgeber die Kandidaten auf Herz und Nieren. Studienabgänger können diese Stresssituation im «Mock-Interview» üben. Ein Erfahrungsbericht.

Nun weiss ich, wie sich Miss-Schweiz-Kandidatinnen auf dem heissen Stuhl fühlen. Am Ende meines Bewerbungsgespräches soll ich aus dem Stegreif einen Werbespot für mich selbst improvisieren. Darauf war ich nicht gefasst. Mit erhöhtem Puls ringe ich nach den besten Argumenten, warum ich die Richtige für die ausgeschriebene Stelle sein soll. Mireille de Marco scheint zufrieden zu sein. Sie ist Coach bei Career Services und simuliert mit Studentinnen und Studenten Vorstellungsgespräche.

Der Werbespot ist der Höhe- und Schlusspunkt eines dreissigminütigen Interviews, in dem mich Mireille de Marco auf Herz und Nieren prüft. Nach einer netten Begrüssung und ein paar unverfänglichen Fragen zu meinem Lebenslauf wird das Interview persönlicher. Ich versuche, möglichst locker zu bleiben – obwohl es ganz schön unangenehm ist, mein Innerstes vor einer wildfremden Person auszubreiten. Während ich erzähle, macht sich Mireille de Marco unablässig Notizen. Sie lächelt freundlich und lässt sich nicht anmerken, was sie von meinen Äusserungen hält.

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