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Ein 3-Gang-Menü à la Youtube

Im Internet ist jeder ein Koch-Star. Doch wie gut sind diese Köche und kann man ihre Rezepte leicht nachkochen? Unsere Autorin wagte den Test.

Schmeckts? Unsere Autorin testet Rezepte von Internet-Köchen. Video: Salvatore Iuliano

Cayennepfeffer steigt mir in die Nase und tanzt Salsa in meinen Atemwegen. Eben noch hatte ich mich über den aromatischen Geruch von geröstetem Kümmel und Koriander gefreut, schon reisst mich der Cayennepfeffer, der in der Pfanne mitröstet, aus meiner Kochträumerei. Milch. Ich brauche Milch. Und frische Luft. Ganz dringend. Das passende Kochvideo zu finden, war wie Fischen in einem Meer aus schier unendlichen Möglichkeiten gewesen. Auf den Youtube-Kanälen «Allrecipes Deutschland», «delikatesblogschweiz» und «CupcakeJemma» fand ich schliesslich für mein Menü folgende Rezepte: Lammcarré in Kräuterkruste mit Koriander-Minz-Sauce, Nüsslisalat mit frischen Pilzen und Weintrauben und Ultimate Chocolate Brownies. Eigentlich keine Hexerei. Oder?

Kein Unschuldslamm

Das Rezept für das Lammcarré im Kräutermantel und Koriander-Minz-Sauce aus dem Youtube-Kanal «Allrecipes Deutschland» sah leicht aus und ich machte mir keine grossen Gedanken wegen der Zutaten. Jeder Supermarkt ist heute top ausgestattet. Doch meine Leichtgläubigkeit sollte bestraft werden. Nachdem ich in vier verschiedenen Läden gewesen war, fand ich weder Koriandersamen noch Reisweinessig und musste daher das Rezept etwas anpassen. Statt Samen nahm ich für die Kräuterkruste Korianderpulver, und anstelle von Reiswein- benutzte ich Weissweinessig für die Koriander-Minz-Sauce.

Und da war eben noch das Malheur mit dem Cayennepfeffer. Wenn es einen Kochteufel gibt, dann hatte er es an diesem Abend auf mich abgesehen. Doch vermutlich sollte frau nicht so doof sein und ihre Nase direkt unter die Pfanne mit geröstetem Cayennepfeffer halten. Und vielleicht isst der Kochteufel sein Fleisch auch gerne roh, denn auch nach zehn Minuten im Ofen – angegeben waren acht gewesen – sah das Lammcarré für meinen Geschmack zu rosig aus. Mein Hauptgang schien verflucht zu sein. Doch nach weiteren zwei Minuten in der Bratpfanne kam endlich die Erlösung. Das Fleisch war schön zart, auf den Punkt gewürzt und in Kombination mit der Koriander-Minz-Sauce eine Wucht. Friss das, Kochteufel!

Unplanmässig gut

Auf den ersten Blick sieht meine Vorspeise wie verkochtes Grünzeug mit Butterpilzen aus. Möge dieser Salat munden, bete ich zu allen Kochgöttern. Laut Rezept sollte ich Pfifferlinge und Kräuterseitlinge benutzen, doch da ich diese nicht mag, das Rezept dennoch ausprobieren wollte, benutzte ich stattdessen Champignons. Nicht so wohlklingend wie die anderen zwei Pilze, aber hoffentlich trotzdem fein. Meine Sorgen waren unbegründet, denn die gewöhnungsbedürftig aussehende Vorspeise schmeckte toll. Der Nüsslisalat fiel wegen der warmen Pilze zwar in sich zusammen, fühlte sich aber nicht pampig im Mund an. Vielleicht war das Video von «delikatesblogschweiz» mit Koch Marcel Prenz, das mir ziemlich lang vorkommt, doch besser aufgebaut als das knapp dreieinhalb Minuten lange Video von «Allrecipes Deutschland».

Süsse Belohnung

Für den Boden der Ultimate Chocolate Brownies brauchte ich klein geschlagene Haselnüsse. Warum habe ich das Dessert nicht als Letztes zubereitet, frage ich mich. Dann hätte ich nämlich die Nüsse etwas brutaler mit dem Wallholz bearbeitet. Frustabbau und so. Doch die süss-unschuldigen Brownies bekamen nichts von all meinen Küchendramen mit. Sie ruhten auf dem Balkontisch und warteten auf ihren grossen Auftritt auf meinem Teller.

Ich wollte auf den Frühling bezogen etwas Frisches, Fruchtiges und Fröhliches zaubern. Brownies mit Schlagsahne trafen meine Vorstellung ziemlich genau. Sie finden nicht? Schauen wir das mal aus Frauenperspektive an. Schokolade wird aus Kakaobohnen hergestellt, und diese sind die Früchte des Kakaobaumes. Die Schlagsahne aus dem Kühlschrank ist frisch und die saftigen Ultimate Chocolate Brownies auf meiner Gabel stimmen mich fröhlich. Das ist wie Rumba für meine Seele.

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