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Laternensujet sorgt für Zoff an Basler Fasnacht

Die Alte Garde einer Basler Clique moniert, es gebe zu viele Ausländer im Kleinbasel. Der Stammverein distanziert sich.

Die Alten Stainlemer fallen an der Basler Fasnacht immer wieder mit Provokationen auf. Die Alte Garde der Clique sorgt dieses Jahr mit ihrem Laternensujet für Unruhe im Verein.

«Vereinigte Klein-Basler», heisst das Sujet der Alten Garde, der Mitglieder über 40 angehören. Es zeigt einen kleinen, verängstigten Jungen vor einer Gruppe finster dreinblickenden Ausländern. Daneben stehen Verse wie «Dr Hansli schisst do fascht in d Hose, wenn är das Volgg gseht uf de Stroosse».

«Was hüt alles im Glaibasel woont, isch laider nümme so wie gwoont», moniert die Alte Garde. An wem sie sich stört, daraus macht sie keinen Hehl: Türken, Albaner, Islam-Prediger, Kurden, Afrikaner.

Die Laterne des Anstosses: Die Alte Garde der Alten Stainlemer stört sich an den Ausländern im Kleinbasel. Bild: 20 Minuten
Die Laterne des Anstosses: Die Alte Garde der Alten Stainlemer stört sich an den Ausländern im Kleinbasel. Bild: 20 Minuten

Das Sujet geht dem Vorstand des Stammvereins und der Jungen Garde zu weit. Auf der Website distanziert er sich von der «Fremdenfeindlichkeit im Sujet der Alten Garde.» Stammverein und Junge Garde der Fasnachtsgesellschaft seien seit jeher von einem offenen und toleranten Geist geprägt, schreiben die Mitglieder.

Auch im Netz schlägt der Auftritt hohe Wellen. «Vor zwei Jahren musste sich die Pnos noch in die Basler Fasnacht einschleichen, dieses Jahr haben sie mit den ‹Alti Stainlemer› eine direkte Vertretung», ärgert sich etwa der Basler Musiker Marcel Colomb auf Twitter.

Im Stamm der Clique ist auch der Sujetkünstler Tarek Moussali aktiv, der syrische Wurzeln hat. «Mit diesen Leuten möchte ich nichts zu tun haben. Ich schäme mich», sagt er der «BZ Basel». Am meisten ärgert er sich darüber, dass die Aktion sich auch auf den Stammverein abfärbe. Die breite Öffentlichkeit unterscheide nicht zwischen Stamm und Alter Garde.

«Das ist kein Sujet, sondern einfach nur Hatz auf alles Andersartige», sagt Moussali weiter. Er hoffe, dass sich durch das aktuelle Medieninteresse etwas verändere. Denn es sei nicht das erste Mal, dass die Alte Garde mit fragwürdigen Sprüchen auffalle. «Beim Zeedel von 2015 mussten wir schon mal eingreifen, da haben sie uns Zensur vorgeworfen.»

«Es stellt Situation im Kleinbasel sauber dar»

Die Alte Garde der traditionsreichen Männerclique findet ihr Sujet offensichtlich überhaupt nicht problematisch. Gegenüber der «bz Basel» verteidigt sich Obmann Felix Stierli: «Wir stehen dazu. Es stellt die Ist-Situation im Kleinbasel sauber dar, und diese Situation bewegt die Leute.»

Der hohe Anteil an Ausländern beschäftige die Leute, sagt Stierli, der selber nicht im Kleinbasel wohnt. Zudem habe man darauf geachtet, dass keine bestimmte Bevölkerungsschicht oder Glaubensgemeinschaft angeprangert werde.

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