Zum Hauptinhalt springen

Martyrium im Urwald

Die Winterthurer Künstlerin Christina Krüsi wurde als Kind von Missionaren missbraucht. Ihre traumatischen Erlebnisse im bolivianischen Dschungel hat sie in einem Buch verarbeitet.

Wurde als «auserwähltes Mädchen» bedroht und missbraucht: Christina Krüsi.
Wurde als «auserwähltes Mädchen» bedroht und missbraucht: Christina Krüsi.
Sophie Stieger

Ihr herzhaftes Lachen hallt durch die ganze Wohnung. Christina Krüsi sitzt zufrieden in ihrer hellen Stube in Winterthur, umgeben von ihren selbst gemalten Bildern, als seien die traumatischen Kindheitserlebnisse ein Kapitel aus vergangenen Tagen. Doch nun holen sie die Erinnerungen aus Bolivien wieder ein. Immer wieder muss sie Medienleuten ihre Geschichte erzählen. Warum tut sie sich das an? Warum nimmt sie die Leser mit nach Tumi Chucua zu den Tacana-Indianern in den tiefen Dschungel von Bolivien, wo sie als kleines Mädchen von christlichen Missionaren «auserwählt wurde»? Jahrzehntelang hat sie ihre Geschichte verdrängt aus Angst, niemand würde ihr glauben. Jahrzehntelang war sie nie richtig angekommen im Leben. Wer würde es schon für möglich halten, dass in der heilen Welt einer entlegenen Missionsstation gleich mehrere Gottesmänner über sie und andere Mädchen und Jungen herfallen könnten?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.