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Musliminnen sollen mehr Einfluss haben als Katholikinnen

In manchen muslimischen Gemeinschaften spielen Frauen laut einer Umfrage eine wichtigere Rolle als bei den Katholiken. Besonders offen seien in dieser Hinsicht Reformierte und liberale Juden.

Spielen eine wichtige Rolle für religiöse Gemeinschaften: Bosnische Musliminnen lesen im Koran. (Archivbild)
Spielen eine wichtige Rolle für religiöse Gemeinschaften: Bosnische Musliminnen lesen im Koran. (Archivbild)
Reuters

Die Forscher des Nationalfonds-Projektes wollten wissen, welche Möglichkeiten Frauen haben, Führungspositionen in verschiedenen religiösen Gemeinschaften zu übernehmen. Wie der «SonntagsBlick» (Artikel online nicht verfügbar) schreibt, zeigte sich dabei: In gewissen muslimischen Gemeinschaften spielen Frauen eine wichtigere Rolle als bei den Katholiken, vielen Freikirchen oder bei den orthodoxen Juden.

Zwar seien einige muslimische Gruppierungen sehr konservativ – es gebe aber auch liberalere Gemeinschaften. Vor allem bei den Alawiten oder den Sufis hätten Frauen mehr Möglichkeiten, Führungspositionen innerhalb der Gemeinschaften zu übernehmen, sagt der Professor für Religionssoziologie an der Universität Lausanne, Jörg Stolz, gegenüber dem «SonntagsBlick».

Frauen sind wichtig für die Gemeinschaft

Gerade die Muslime werden oft mit der Unterdrückung von Frauen in Verbindung gebracht. Dabei gebe es bei den ultra-orthodoxen Juden, den Neuapostolen oder den konservativen Freikirchen ebenfalls Gemeinschaften mit sehr konservativen Geschlechterbildern, so Stolz weiter. Sehr offen gegenüber Frauen sind laut der Umfrage Reformierte, Christkatholiken, liberale Juden, Buddhisten und Hindus.

Die Forschungsergebnisse zeigen laut «SonntagsBlick» auch, dass sich bei den meisten konservativen Gemeinschaften in den letzten Jahren viel getan hat. So würde versucht, die Frauen stärker zu integrieren. Denn die Bedeutung des weiblichen Geschlechts für religiöse Gemeinschaften sei nicht zu unterschätzen: Laut Stolz liegt der Anteil der Frauen, die an Ritualen oder Gottesdiensten teilnehmen, bei evangelischen wie katholischen Christen, Hindus oder Buddhisten bei 60 bis 70 Prozent. Bei Juden und Muslimen sei der Männeranteil in Moscheen und Synagogen nach wie vor höher.

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